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Aktion in Delmenhorst „Tag der Tausend“ bleibt hinter Erwartungen zurück

Von Jasmin Johannsen | 25.11.2018, 20:55 Uhr

Mit dem Projekt „Stadtentdecker-in“sollte Delmenhorst für Jugendliche attraktiver gemacht werden. Das Interesse der Heranwachsenden hielt sich am Samstag allerdings in Grenzen.

Zu kompliziert, zu undurchsichtig und zu öffentlichkeitsfern: Diese selbstkritische Bilanz hat das Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG) als Veranstalter des Projekts „Stadtentdecker-in“ gezogen. An vielen Orten in Delmenhorst gab es dazu am Wochenende kostenlose Aktionen. Eigentlich habe man versucht, die städtische Jugend für Delmenhorst zu begeistern und neue Angebote für diese zu schaffen. Doch großes Interesse fehlte.

Schüler kritisieren Delmenhorst

„Am Freitag ging es ganz vielversprechend los“, berichtet Anna Stumpe vom DIG. Rund 80 Besucher hätten sich zur Eröffnung der Ausstellung „Mein Leben in Delmenhorst“ in der Turbinenhalle eingefunden. Darunter auch knapp 40 Jugendliche und Kinder, für die die Veranstaltung ja vorgesehen war. Dort präsentierten Schüler aus fünf Delmenhorster Schulen Filme, Gedichte und Collagen, die ihre Meinung über die Stadt ausdrücken. Und eines wurde dabei sehr deutlich: Diese Meinung ist keinesfalls positiv.

Image soll aufgewertet werden

Damit bestätigte sich auch eine Umfrage der DIG aus dem Jahr 2016, in der ein Großteil der befragten Heranwachsenden angab, dass ihnen Delmenhorst egal sei. „Rund 5000 Kinder und Jugendliche leben in der Stadt. Das ist eine Gruppe, die wir erreichen müssen“, befand DIG-Direktor Dr. Johann Böhmann. Bereits bestehende Angebote aufzuzeigen, Verbesserungsvorschläge anzunehmen und nicht zuletzt das Image der Stadt aufzuwerten – so lautete das ambitionierte Ziel am „Tag der Tausend“, der am Samstag an acht verschiedenen Orten in Delmenhorst stattfand. Mitmachaktionen wie Hip-Hop-Tanz, eine Jam-Session, Adventsbasteln oder eine Zauberschule sollten die Heranwachsenden in die Turbinenhalle, ins Jugendhaus Hütte, zum Spielhaus Beethovenstraße oder anderen Orten locken. Mit Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) hätten die Kinder und Jugendlichen über ihre Belange diskutieren können. Viele Teilnehmer blieben aus.

Veranstalter wollen nicht aufgeben

„Natürlich sind wir jetzt enttäuscht“, erklärte Anna Stumpe. „Wir haben aber auch gelernt, was wir im nächsten Jahr verbessern können.“ Ein Vertrauensvorschuss der Jugendlichen sei nun nötig. „Zu resignieren ist keine Option“.

Projekt soll zweiten Anlauf bekommen

Dass die Initiatoren auch weiter an dem Projekt festhalten, machten sie am Samstagabend deutlich. Da wählte die DIG die drei Ideen von Jugendlichen mit der meisten Beachtung im Internet aus. Finanziell soll nun das Angebot „Ernährungsaustausch“ und die Idee „Filmdreh“ unterstützt werden. Zudem hätten sich auch viele Jugendliche mehr Fußball-Angebote gewünscht. „Nun geht es daran, diese tollen Ideen mit der Hilfe unser Unterstützer umzusetzen“, sagt Stumpe in die Zukunft.