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Aktion in Delmenhorster Familienzentrum Jugendliche gestalten Gesellschaft virtuell neu

Von Jasmin Johannsen | 15.05.2017, 13:42 Uhr

Wie können Jugendliche für politische und gesellschaftliche Themen begeistert werden? Indem sie zu Filmregisseuren und Spieledesignern werden, lautete die Antwort im Delmenhorster Familienzentrum Villa.

Was ist an der Gesellschaft in Deutschland gut? Was ist verbesserungswürdig? Mit diesen Fragen beschäftigten sich sechs Jugendliche im Familienzentrum Villa. Der städtische Fachdienst Jugendarbeit hatte das Projekt „Let’s Play Germany!“ des Vereins LAG Jugend und Film, gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, mit dem Ziel nach Delmenhorst geholt, Politik und Gesellschaft durch PC-Spiele erlebbar zu machen.

Jugendliche beschäftigen sich der Gesellschaft

„In diesem Jahr wollten wir die politische Bildung in den Fokus stellen“, erklärt Mario Berger-Naujoks vom Fachdienst Jugendarbeit. Um den Jugendlichen das Thema näher zu bringen würden sich PC-Spiele anbieten. „Damit kennen sich die Jugendlichen aus und so ist auch gleich ein Anreiz geschaffen, sich mit Politik und gesellschaftlichen Problemen auseinander zu setzen“, meint Berger-Naujoks. Sechs Jungen im Alter zwischen zwölf und 15 hatten sich in der Villa eingefunden um an der Aktion teilzunehmen und ihre Sicht auf Deutschland festzuhalten.

Für Politik und demokratische Werte begeistern

„Dazu werden filmische Konzepte und Videospiele miteinander verbunden“, erklärt Axel Brunotte von der LAG Jugend und Film, der zusammen mit seinem Kollegen Thomas Kirchberg den Workshop leitete. Die Meinungsbildung stehe dabei im Mittelpunkt des Konzeptes. Die Jugendlichen sollen reflektieren und sich Gedanken machen. „Das große Ziel ist sie für Politik und demokratische Werte zu begeistern“, erläutert Kirchberg.

Kommunikationsprobleme zum Start

Das gemeinschaftliche Miteinander wurde dann auch gleich erprobt: In einem Spiel lernten die jungen Teilnehmer nicht nur einander, sondern auch ihre moralischen Werte kennen. Diese wurden dann in dem Filmkonzept wieder aufgegriffen. Die gute Zusammenarbeit hätte die Planung dabei vereinfacht. „Allerdings gab es am Anfang einige Kommunikationsprobleme“, berichtet der 13-Jährige Nils. „Da ist Durchhaltevermögen gefragt!“ Solche Schwierigkeiten seien aber durchaus erwünscht und würden den Lernerfolg ausmachen.

Ergebnis bei der Nacht der Jugend zu sehen

Die Filmidee wurde dann anschließend auf das PC-Spiel „Minecraft“ angewendet, wobei die Jugendlichen verschiedene Rollen einnahmen. „Ich habe das Labyrinth gebaut“, erzählt Nils stolz. Die anderen Jugendlichen entwickelten weitere Schauplätze des Films, übernahmen die Dreharbeiten oder den Schnitt. „Für mich stand der Spaß am Spielen im Vordergrund aber ich nehme auch neue politische Ideen mit nach Hause“, ist sich Nils sicher. Der entstandene computeranimierte Trickfilm soll dem Publikum dann im November zur „Nacht der Jugend“ präsentiert werden.