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Amt hebt Abkochgebot auf Entwarnung bei Delmenhorster Trinkwasser

Von Heike Bentrup | 30.01.2015, 17:12 Uhr

Nach einer Woche hat das Gesundheitsamt Delmenhorst am Freitag das Abkochgebot für Trinkwasser aus dem Netz der Stadtwerke wieder aufgehoben. Die Chlorung wird vorsorglich aufrechterhalten. In der Vorwoche waren im Wasser E.coli-Bakterien entdeckt worden. Seit Wochenbeginn wiesen die Proben laut Gesundheitsamt jedoch keine Keimbelastungen mehr auf.

Entwarnung kurz vor dem Wochenende: Die Stadt hat am Freitagmittag das Abkochgebot für Trinkwasser aufgehoben. „Nachdem die entnommenen Proben seit Tagen keimfrei sind und keine E.coli-Bakterien mehr nachgewiesen wurden, können alle Trinkwasser-Kunden der Stadtwerke Delmenhorst (SWD) ab sofort wieder auf die Vorsichtsmaßnahme verzichten“, teilte Stadtsprecher Timo Frers mit.

Das Trinkwasser könne nun, ohne zuvor abgekocht zu werden, wieder uneingeschränkt verwendet werden. Das gilt laut der Stadt auch für die Zubereitung von Lebensmitteln und für die Mundhygiene. „Das Wasser ist in der kompletten Produktionskette eindeutig unbelastet“, so SWD-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen. „Nach intensiver Ursachenforschung und Beseitigung der Eintragsquelle ist seit mehreren aufeinanderfolgenden Tagen keine Belastung des Trinkwassers mit E.coli-Keimen mehr nachweisbar“, bestätigte auch der städtische Fachdienstleiter Gesundheit und Amtsarzt Dr. Helge Schumann.

Die tägliche Probenentnahme wird nach Ankündigung von Salmen fortgesetzt. Ebenfalls vorsorglich weitergeführt werde die Chlorung des Wassers. „Diese wird aufrechterhalten, bis die Sanierungsarbeiten an den Reinwasserbehältern abgeschlossen sind“, berichtete der Stadtwerke-Chef.

Nachdem die sofort nach Bekanntwerden der Verunreinigung eingeleiteten Maßnahmen zum Erfolg geführt haben, geht es laut Salmen jetzt an die Ursachenforschung. Nach wie vor gehen die Stadtwerke davon aus, dass die Belastung durch das Zusammenspiel dreier Faktoren ausgelöst worden ist. Angenommen wird, dass ein hoher Grundwasserspiegel, starke Regenfälle und die aufgrund der milden Temperaturen erfolgte Beweidung in unmittelbarer Nähe eines Förderbrunnens in Stuhr zu der Verunreinigung des Wassers mit E.coli-Bakterien geführt haben.

Salmen und Schumann lobten die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt und den Stadtwerken und zeigten sich erleichtert, dass die ergriffenen Maßnahmen zu einem raschen Erfolg geführt hätten. Dies sei nicht zuletzt auch auf den effektiven Krisen- und Maßnahmenplan zurückzuführen. Dieser war nach dem vorherigen Verkeimungsfall vor 14 Jahren erstellt worden. Mittlerweile seien derartige Pläne gesetzlich vorgeschrieben.

Wie SWD-Prokurist Dieter Meyer erläuterte, erstreckt sich das Trinkwassernetz der Stadtwerke über eine Länge von insgesamt rund 700 Kilometern. „Das ist ein komplexes Gebilde.“ Im gesamten Stadtgebiet gibt es sieben – in Absprache mit dem Gesundheitsamt festgelegte – Messstellen, an denen zurzeit täglich mehrere Proben gezogen werden.

Generell seien im SWD-Gebiet wöchentliche Probeentnahmen üblich, was die gesetzlichen Vorschriften mehr als erfülle. „Die Vorgaben sind von der Liefermenge und anderen Faktoren abhängig und würden in diesem Fall eine Probeentnahme etwa alle sechs Wochen vorsehen“, erklärte Meyer. „Nirgends in der Region gibt es so gut untersuchtes Trinkwasser wie in Delmenhorst“, bestätigte auch Schumann.