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Amtsgericht Delmenhorst 32-Jähriger wegen Diebstahls in schwerem Fall verurteilt

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 09.03.2017, 16:05 Uhr

Mit Diebstählen und Einbrüchen hat sich ein 32-jähriger Delmenhorster seine Drogensucht finanziert. Sein Fall wurde vor dem Delmenhorster Amtsgericht verhandelt.

Vor dem Delmenhorster Amtsgericht musste sich am Mittwoch ein 32-jähriger Delmenhorster für seine Taten verantworten. Zur Last wurde ihm Diebstahl in besonders schwerem Fall gelegt. Schon 2012 wurde er unter anderem wegen Diebstahls zu einer Haftstrafe verurteilt.

Mit Diebesgut den Drogenkonsum finanziert

Es war der 17. September 2016: In den frühen Morgenstunden war der Angeklagte mit seinem Fahrrad auf der Breslauer Straße unterwegs. Zuvor hatte er einen Streit mit seinen Eltern, bei denen er damals wohnte. Der Grund: Auch an ihrem Hab und Gut bereicherte sich der 32-Jährige, um aus dem Verkauf des Diebesguts an Geld für Drogen zu kommen. Nahezu täglich gab er bis zu 25 Euro aus, um sein Verlangen nach Heroin zu stillen. In einigen Garagen an der Breslauer Straße wurde er an jenem Morgen fündig: Schleifgerät, Steckschlüsselsatz und diverse Werkzeuge entwendete er. Von dem Lärm, den der 32-Jährige beim Aufbrechen der Garagen machte, wurden Anwohner wach und verständigten die Polizei. Die Beamten nahmen den auf frischer Tat ertappten Täter, der zur Tatzeit mit 1,7 Promille unterwegs war, mit auf die Wache. Er zeigte sich in Anbetracht der Umstände geständig. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes fanden die Beamten Diebesgut, das ihn mit weiteren Diebstählen und Einbrüchen in Delmenhorst in Verbindung brachte.

Mit 19 Jahren in den Drogensumpf geraten

Während der Verhandlung zeigte er sich trotz einiger Gedächtnislücken geständig. Mit 19 Jahren sei er in einen Drogensumpf geraten, aus dem er nur phasenweise herausgekommen sei. Ein Therapieversuch sei fehlgeschlagen. Ein anderer dafür geglückt. Er berichtete davon, wie er nach seiner Haftstrafe in einer christlichen Einrichtung in der Ukraine eine Therapie gemacht hatte, wie er durch die Arbeit und das Beten wieder „clean“ wurde. Das habe ihm richtig gutgetan. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland musste er jedoch wieder direkt ins Gefängnis, da er bei seiner Ausreise gegen gerichtlich angeordnete Auflagen verstoßen hatte. Im Gefängnis wurde er wieder abhängig. Dort saß er bis Oktober 2015 ein. Er suchte nach Arbeit, die er bei einer Leiharbeitsfirma fand. Seine Drogensucht erforderte weitere Einnahmequellen.

Gericht stimmt Forderung der Anklage zu

Seine Abhängigkeit möchte der 32-Jährige nun wieder therapieren. Er habe sich sogar schon ein entsprechendes Angebot herausgesucht. Zwar wertete die Anklage den Willen zur Therapie als positiv, fand jedoch insgesamt wenige Anhaltspunkte, die Anlass zu einer guten Sozialprognose gegeben hätten. Sie forderte eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. In Anbetracht der Vielzahl an schweren Straftaten stimmte das Schöffengericht dem Strafmaß zu. Die Richterin wünschte ihm viel Glück für ein drogenfreies Leben: „Wenn Sie älter werden wollen, müssen sie mit ihren 32 Jahren nun auch tätig werden.“