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An der Hauptschule West Kunst gegen das Komasaufen in Delmenhorst

Von Lennart Bonk | 24.11.2015, 19:24 Uhr

Die Ausstellung „bunt statt blau“ wird seit dieser Woche in der Hauptschule West gezeigt. Sie soll Jugendliche zum maßvollen Umgang mit Alkohol bewegen.

Seit Anfang dieser Woche stellt die Hauptschule West die Werke der Preisträger der Aktion „bunt statt blau“ in ihrem Schulflur aus. Die Kunstkampagne gegen Komasaufen im Jugendalter kann von interessierten Besuchern im ersten Stock des Hauptgebäudes am Stubbenweg 3 von 9 bis 13 Uhr werktags besichtigt werden.

Kunstwettbewerb der DAK

Bereits seit fünf Jahren richtet die Krankenkasse DAK den Kunstwettbewerb aus, um auf die Folgen des Komasaufens aufmerksam zu machen. „Jährlich erhalten wir 10.000 Bilder und Fotos von sämtlichen Schulen aus ganz Deutschland“, erzählte DAK-Service-Leiter Frank Miklis. Die Kunstwerke werden im Rahmen des Kunstunterrichts der Jahrgangsstufen sechs bis neun von den Schülern erstellt. Anschließend werden die Bilder von einer fachkundigen Jury bewertet und prämiert. Die besten Bilder schaffen es dann in die Ausstellung.

Ausstellung bereits im Februar gebucht

Um die Ausstellung nach Delmenhorst zu holen, musste die Hauptschule West sie bereits im Februar über die DAK buchen. Nach Angaben von Miklis ist die Hauptschule West die aktivste Schule in Delmenhorst. „Der Lerneffekt ist viel größer, wenn die Schüler aktiv beteiligt sind“, erklärte Kronhardt, Sozialarbeiter der Hauptschule West. „Wir versuchen, durch diese Aktion die Jugendlichen zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu bewegen“, führte der Sozialarbeiter aus.

Immer mehr Kampftrinker

Jährlich werden in Niedersachsen bis zu 2700 Komasäufer im Alter von zehn bis 20 Jahre gezählt, die Tendenz ist steigend. Mit der Kampagne hoffen die DAK und die Schulen, die Jugendlichen weiter aufzuklären. „Es ist sinnvoll, präventiv zu arbeiten. Wir merken auch, dass unsere Schüler die Aktion gut angenommen haben“, sagte Schulleiter Jan Steen.

Miklis forderte indes eine größere Beteiligung der anderen Delmenhorster Schulen. „Es ist notwendig, die Zehn- bis 18-jährigen über das Komasaufen aufzuklären. Mit der Kampagne erreichen wir einen Großteil der Schüler“, erklärte Miklis.

Projekt hat Einfluss auf Verhalten

Laut einer Begleitstudie des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung wirkte sich die Teilnahme an dem Projekt positiv auf die Jugendlichen aus. Insgesamt 44 Prozent der teilnehmenden Schüler gaben bei einer Befragung an, dass „bunt statt blau“ zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Alkohol bewegt.