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An falschen Standort geleitet Panne nach Umzug der Delmenhorster Notdienstpraxis

Von Frederik Grabbe | 28.06.2018, 18:12 Uhr

Ein Mann wendet sich wegen einer stark blutenden Wunde telefonisch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVN. Dieser leitet ihn an die eigene Notdienstpraxis – diese allerdings ist in den Delmenhorster Räumen gar nicht mehr ansässig. Die KVN bedauert den Vorfall.

Der Übergang der notdienstärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) von der Westerstraße an die Wildeshauser Straße ist offenbar mit einigen Mängeln behaftet. Wie berichtet, ist die Praxis zu Mittwoch, 27. Juni, von der Stadtmitte in das Josef-Hospital (JHD) an der Wildeshauser Straße 92 umgezogen.

Fehlerhafter Verweis

Das scheint aber noch nicht überall bei der KVN angekommen zu sein: Ein dem dk bekannter Leser hatte sich am Mittwoch mit einem tiefen Schnitt im Finger telefonisch an den Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte unter 116-117 gewendet. Von einer Telefonistin ist er mit seiner Verletzung allerdings an die Westerstraße verwiesen worden. Dort angekommen, fand er lediglich Zettel auf, die auf den Umzug der Bereitschaftspraxis ins JHD hinwiesen. Dort schließlich angekommen, wurde der Mann schließlich in der Notaufnahme des Krankenhauses versorgt.

„Lokale Verhältnisse im Callcenter nicht bekannt“

Helmut Scherbeitz, Unternehmensbereichsleiter für die Bezirksstelle Oldenburg bei der KVN, bedauert den Vorfall und spricht einer „Übergangsschwierigkeit“. „Offenbar war die neue Adresse der Praxis nach dem Umzug in den zentralen Telefondaten nicht korrekt hinterlegt worden“, sagte Scherbeitz. Generell werde der Telefondienst zu bestimmten Zeiten durch ein bundesweites Callcenter gestellt. „Lokale Verhältnisse sind mitunter nicht komplett bekannt.“

„Patienten wissen oft nicht, an wen sie sich wenden sollen“

Zu dem speziellen Fall sagt Scherbeitz allerdings, dass die Bereitschaftsdienstpraxis eine große Wunde gar nicht versorgen kann. „Ein zentrales Problem ist, dass Patienten oft nicht wissen, ob sie sich an die Notfallambulanz oder an die Bereitschaftsdienstpraxis zu wenden haben.“ Eine Teillösung will die KVN im neuen Delmenhorster Krankenhaus anbieten: Von einem gemeinsamen Empfangstresen aus sollen Patienten sofort nach Ankunft je nach Schwere ihres Leidens an die richtige Stelle gelotst werden.

 Patienten sind immer dann aufgerufen, den Bereitschaftsdienst zu nutzen, wenn sie mit ihren Beschwerden eigentlich den Hausarzt aufsuchen würden, dieser aber geschlossen hat. Für welche Fälle der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig ist, erklärt die KVN im Netz unter www.116117.de.