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An öffentlichen Plätzen Streetworker fordern mehr Akzeptanz für Jugendliche

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 27.08.2016, 10:08 Uhr

Ein Wandel im öffentlichen Raum gehe zulasten der Jugendlichen, heißt es in einem Positionspapier: Streetworker der Diakonie forderten am Freitag in Delmenhorst mehr Akzeptanz.

Ein Wandel im öffentlichen Raum schadet den Jugendlichen: Mit diesem Vorwurf haben am Freitag in Delmenhorst Streetworker der Diakonie dafür geworben, Jugendlichen an öffentlichen Orten mehr Akzeptanz entgegenzubringen. Im Rahmen des landesweiten Aktionstages „Platz Nehmen“ suchten sie in der Innenstadt das Gespräch mit Erwachsenen und Jugendlichen.

„Jugendliche dürfen nicht abgeschoben werden. Wir wünschen uns mehr Akzeptanz für Jugendliche und fragen gleichzeitig, welche Wünsche Erwachsene an Jugendliche im öffentlichen Raum haben“, sagte Streetworkerin Anne Vermeersch. Gelände werden kommerziell genutzt, Schulhöfe abgesperrt und Bänke abgebaut. „Der Öffentliche Raum verliert immer mehr seine ursprünglich kommunikativen, offenen, integrativen Funktionen“, heißt es in einem Positionspapier der Streetworker. Davon seien Jugendliche besonders betroffen.

Auf öffentlichen Raum angewiesen

„Wir Erwachsenen haben unser Zuhause, unseren Garten und sind da zufrieden. Wir brauchen den öffentlichen Raum nicht so sehr, aber Jugendliche sind darauf angewiesen“, sagt Vermeersch. Die Gruppe der Streetworker sprach Passanten am Marktplatz an und bat diese Orte anzugeben oder vorzuschlagen, wo sich Jugendliche in der Öffentlichkeit problemlos aufhalten können. Dazu konnten Erwachsene Botschaften mit Wünschen an Jugendliche verfassen. „Die geben wir dann wieder an die Jugendlichen weiter, wenn wir mit ihnen arbeiten“, sagte Vermeersch.

Gleichzeitig verteilten die Streetworker Fragebögen an Jugendliche. Darin wurde gefragt, an welchen Orten sich Kinder und Jugendliche am liebsten aufhalten.

Regeln der Gesellschaft näher bringen

Manche Orte würden sich für Jugendliche nicht eignen. „Wenn ein Block von vier Seiten mit Häusern umgeben ist, dann ist klar, dass es da irgendwann Ärger gibt, wenn da Jugendliche sind“, meinte Vermeersch. Trotzdem sollte den Jugendlichen der Aufenthalt an bestimmten öffentlichen Plätzen nicht verboten werden. „Dies heißt natürlich nicht, alles widerspruchslos hinzunehmen, aber Erwachsene müssen den Jugendlichen im Diskurs die Regeln der Gesellschaft näher bringen und nicht per Verordnung“, steht in dem Positionspapier der Streetworker.