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Andacht zur Willkommenskultur Flüchtlingen in Delmenhorst Bleibe und Heimat bieten

Von Heike Bentrup | 25.03.2015, 21:40 Uhr

Rund 40 Besucher haben sich zum Ausklang der Reihe „Passionspunkte“ auf dem Stadiongelände versammelt. Thema aus aktuellem Anlass: die Willkommenskultur in der Stadt.

Menschen aus 110 Nationen leben in Delmenhorst. Viele von ihnen sind hier längst heimisch geworden. Doch angesichts des wachsenden Flüchtlingsstroms kommen fast täglich weitere Zuwanderer und Asylbewerber. Sie in der neuen Heimat willkommen zu heißen, mit „offenem Herzen“ aufzunehmen und zu integrieren, stellt nicht nur Verwaltung und Politik vor Herausforderungen, sondern sollte für alle Bürgerinnen und Bürger Aufgabe und Verpflichtung zugleich sein. Das unterstrich Rudi Grützke, Pastor der Evangelisch-methodistischen Gemeinde an der Bremer Straße, zum Ausklang der ökumenischen Veranstaltungsreihe „Passionspunkte“.

Rund 40 Besucherinnen und Besucher hatten sich auf dem Stadiongelände eingefunden, wo zurzeit eine Unterkunft für Flüchtlinge entsteht. Aus diesem Grund, aber auch, weil „Düsternort Flüchtlingen schon zu allen Zeiten eine Bleibe und neue Heimat geboten hat“, war der Platz für den „Passionspunkt“ ausgewählt worden, erläuterte Rudi Grützke.

Im Gespräch mit den Diakonie-Mitarbeiterinnen Wencke Lüttich aus dem Nachbarschaftsbüro Düsternort, Wiebke Geerkens, Integrationsbeauftragte für Migranten, und Flüchtlingssozialarbeiterin Zohreh Roushanpour ließ Grützke die drei Frauen aus ihrer täglichen Arbeit mit Flüchtlingen berichten. So erfuhren die Besucher beispielsweise, dass das Team des Nachbarschaftsbüros über die Beratungsangebote, die Zusammenarbeit mit den Integrationslotsen oder auch im Zuge der aufsuchenden Arbeit Kontakte zu den Zuwanderern knüpft. „Im Willkommen-in Düsternort-Café hat es leider nicht so gut geklappt, dafür aber mit der direkten Ansprache“, räumte Lüttich ein

Auf die Frage, „wo den Flüchtlingen denn der Schuh drückt“, verwies Zohreh Roushanpour auf rechtliche Fragen zum Aufenthalt sowie den häufig geäußerten Wunsch, die deutsche Sprache zu lernen. „Außerdem sind gute Unterkünfte wichtig“, ergänzte Wiebke Geerkens. Wencke Lüttich hat bei ihrer Arbeit im Nachbarschaftsbüro festgestellt, dass es für Flüchtlinge wichtig sei, zu erfahren, wie alltagspraktische Dinge wie beispielsweise die Eröffnung eines Kontos oder das Verschicken von Briefen funktionieren. Vorbehalte oder Ängste bei Einheimischen haben die drei Frauen in ihren Arbeitsfeldern eigenen Angaben zufolge nicht feststellen können. Und auch die Verständigung klappe, „zur Not mit Bildern oder Gesten“.

Eindringlich appellierten die Diakonie-Mitarbeiterinnen an die Besucher, sich ehrenamtlich in die Flüchtlingsarbeit einzubringen, so etwa bei der Begleitung zu Arzt- oder Behördenbesuchen.