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Anfnahme in Delmenhorst Flüchtlingsheim-Flure lichten sich langsam

Von Kai Hasse | 10.01.2018, 08:32 Uhr

Aufnahmeheime für Flüchtlinge in Delmenhorst werden leerer. Das Stadionheim wird bereits nicht mehr genutzt. Die Aufnahmeeinrichtung in der Kaserne wird bis 2021 zunächst bleiben.

Langsam nimmt die Zahl von Flüchtlingen in Delmenhorst ab. Seit Herbst 2017 gibt es einen Zuweisungsstopp für Delmenhorst. Dadurch sinken die Belegungszahlen in den zentralen Aufnahmeeinrichtungen der Stadt kontinuierlich. Ein Standort ist bereits leer.

170 Menschen zentral in Obhut der Stadt

Noch im Herbst 2016 zählte die Stadt etwa 1180 untergebrachte Flüchtlinge. Zum Jahreswechsel 17/18 waren es nach Zahlen der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe noch 834 Menschen, die in zentralen und dezentralen Unterkünften der Stadt untergebracht sind. „Dezentral“ bedeutet in Wohnungen des allgemeinen privaten Wohnungsmarktes, „zentral“ sind die Heime, in denen Menschen an einem Ort zusammenleben – insgesamt fünf in Delmenhorst. Laut Stadtsprecher Timo Frers seien es zentral derzeit etwa 170 Menschen. Der größte Teil, 125, lebt in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne. Vor etwa einem Jahr waren es noch 230.

Mittlerweile auch Menschen aus Afrika

Die Zahlen aus der AWO-Unterkunft in der Kaserne liefert Gabi Baumgart, die die Unterkunft leitet. Die Kaserne ist die größte zentrale Unterbringung der Stadt. Hier leben Menschen aus neun Nationalitäten – zu 26 Prozent Afghanen, zu 24 Prozent Iraker und zu 16 Prozent Syrer. Hinzugekommen seien in vergangenen Monaten auch einige Menschen aus Afrika, wie beispielsweise Eritrea.

Kaserne bleibt noch bis 2021

Bei einem Rundgang zeigt Baumgart die Gebäude – große Kasernenblocks. „Diese drei Gebäude“, sagt sie, „waren jeweils im Erdgeschoss voll bewohnt.“ Jetzt wird dort zum Teil renoviert, und die Flüchtlinge sind in weiteren niedrigen Gebäuden untergebracht. Die externe Küche in einem Container ist beim Rundgang leer, die Flure meist auch. Die Menschen seien tagsüber in Sprachkursen, Integrationskursen, bei Behördengängen oder in Betriebspraktika. Die Gebäude, die die AWO nutzt, sind bis 2021 gemietet. „Wir wissen nicht, wie sich die weltpolitische Lage verändert. Vielleicht kommt die nächste Flüchtlingswelle noch“, sagt Baumgart. Und dann solle man nicht wieder Sporthallen nutzen müssen. Es sei gut, dass die Option der Kaserne noch einige Jahre bleibt.

Stadionheim in Düsternort leer

Untergebracht wurden und werden Flüchtlinge auch – in deutlich kleinerem Maße, und mit sinkenden Zahlen – in Kinderklinik, Fröbelschule und der ehemaligen Kita „Rappelkiste“. Leer ist mittlerweile hingegen das Stadionheim in Düsternort. Es werde seinem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt, sagt Stadtsprecher Frers.

Was weiter kommt, steht noch nicht fest: „Für alle weiteren Unterkünfte wird es Nachnutzungen geben, sobald sich abzeichnet, dass diese für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen entbehrlich sind“, so Frers.