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Angebot für Mütter in Delmenhorst VHS gibt Migrantinnen Chance auf Berufsstart

Von Jan Eric Fiedler | 21.04.2015, 20:38 Uhr

„Stark im Beruf“ sollen künftig Mütter mit Migrationshintergrund werden. An der VHS startet im Mai ein neues Projekt, bei dem Migrantinnen und Asylbewerberinnen mit Kindern beim Berufsstart geholfen wird. Die VHS ist einer von 80 Projektstandorten in Deutschland.

Diese werden durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Europäischen Sozialfond und die Europäische Union für vier Jahre gefördert werden.

„Delmenhorst ist die kleinste Stadt, die ein Projekt bekommen hat“, berichtet Elke Beecken, Projektleiterin und Programmbereichsleiterin an der VHS.

Module von Fachunterricht bis Praktikum

Das Programm hat sich zum Ziel gesetzt, durch Unterricht in verschiedenen Modulen die Chancen von Migrantinnen und Asylbewerberinnen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. „Um sie fit für den Beruf zu machen, ist noch anderes wichtig als berufsbezogener Deutschunterricht“, erklärt Beecken. „Es muss ein passgenaues Angebot geben, um Beruf und Familie vereinbaren zu können.“ Zu dem Projekt „Stark im Beruf“ gehören 480 Unterrichtsstunden in sieben Modulen. So wird den Frauen berufsbezogener Fachunterricht, Betriebsbesichtigungen, EDV-Bewerbungstraining sowie ein Praktikum geboten.

Institutionen unterstützen „Stark im Beruf“

Unterstützt wird die VHS von der Stadt, dem Diakonischen Werk, dem Integrationslotsenteam, der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe sowie dem Jobcenter. So gilt das Angebot auch ausschließlich für Mütter, die Leistungen des Jobcenters oder des Asylbewerberleistungsgesetzes erhalten. „Wir wollen ein Angebot mit niedriger Hemmschwelle anbieten, weil viele Mütter in anderen Maßnahmen nicht ankommen“, erklärt Sonja Neddermann vom Jobcenter. So soll im Vergleich zu anderen Maßnahmen verstärkt auf Einzelcoaching gesetzt werden.

Ein besonderes Thema ist die Kinderbetreuung. „Auch da ist eine Hemmschwelle da, Angebote wie Tagesmütter in Anspruch zu nehmen“, berichtet Neddermann. Doch auch gerade die Kinder bieten eine Motivation, an dem Projekt teilzunehmen: „Eine fünffache Mutter hat gesagt, dass sie lesen können möchte, was ihre Kinder aus der Schule mitbringen, berichtet Beecken.

Schon Pilotprojekt hatte großen Erfolg

Zwischen 20 und 30 Teilnehmerinnen hat das Projekt. Innerhalb von zehn Monaten sollen sie die sieben Module absolviert haben. Die Organisatoren versprechen sich eine hohe Erfolgsquote. 30 Prozent der Teilnehmerinnen sollen einen vermittelt werden. Unrealistisch ist dieses Ziel nicht, denn laut Beecken hat ein Pilotprojekt vor zwei Jahren bereits eine noch höhere Erfolgsquote verzeichnen können.