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Angebote in Delmenhorst Allgemeiner Sozialer Dienst gibt Halt und Orientierung

Von Heike Bentrup | 29.07.2015, 19:44 Uhr

Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Offene Gruppenarbeit des Allgemeinen Sozialen Dienstes. Das niedrigschwellige Angebot ist wichtiger Baustein in der Kette der Präventionsmaßnahmen.

Hemmschwellen abbauen, Orientierungshilfen aufzeigen und Halt geben sollen die Offenen Gruppen des Allgemeinen Sozialen Dienstes für all diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Präventionsangebote für Frauen, junge Mütter, Mädchen, Jungen und – seit Kurzem – auch für alleinerziehende Väter. „Im Fokus steht bei uns stets das Kindeswohl“, berichtet Edith Stemmler-Schaich, die seit Beginn dabei ist.

Halt und Orientierung

„Angefangen hat alles 1984 mit der Frauengruppe“, sagt sie. Seinerzeit noch in den damaligen Räumen des Kinderschutzbundes an der Bismarckstraße untergebracht, richtete sich dieses Angebot insbesondere an Mütter aus sozialen Brennpunkten. Ziel war es, den Frauen Halt und Orientierung zu geben. 1988 kam die Mädchengruppe hinzu, ein Jahr später folgte die Gründung der Jungengruppe. Mit niedrigschwelligen Angeboten werden Kindern hier Strukturen sowie Grundsätze des Miteinanders vermittelt. So gibt es gemeinsame Aktionen, Ausflüge und – ganz wichtig – einen festen Ansprechpartner beziehungsweise eine Ansprechpartnerin.

Hilfe zur Selbsthilfe

2002, das Team war zwischenzeitlich auf die Nordwolle umgezogen, wurde die Gruppe für junge Mütter ins Leben gerufen. Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren erhalten hier praktische Unterstützung sowie Hilfe zur Selbsthilfe und können sich austauschen. Wie auch in der Frauengruppe sowie in der jüngst gegründeten Männergruppe ist für eine Kinderbetreuung gesorgt. „Das macht bei Bedarf ein schnelles Reagieren möglich“, sagen Edith Stemmler-Schaich und ihre Kollegin Barbara Anton-Kahlen. Sie verweisen auf das gut ausgebaute Netzwerk, das kurze Wege gewährleistet: „Wir arbeiten mit allen Beratungsstellen, der Caritas, dem Hebammendienst und den Ämtern zusammen.“ Aufgrund des guten Vertrauensverhältnisses zu den Gruppenmitgliedern, das sich im Laufe der Jahre entwickelt habe, würden Ratschläge auch bereitwillig angenommen.

„Schon viel Elend erlebt“

Als schöne Bestätigung ihrer Arbeit werten Stemmler-Schaich und Anton-Kahlen die guten Beispiele, die belegen, dass Mitglieder aus den Gruppen ihr Leben in den Griff bekommen haben. „Einige haben sogar selber beruflich den pädagogischen Weg eingeschlagen“, berichten sie. „Aber wir haben auch schon viel Elend erlebt“, lautet das Fazit von Barbara Anton-Kahlen.