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Angeklagter schweigt Delmenhorster wegen Raubes und Körperverletzung vor Gericht

Von Alexander Schnackenburg | 15.12.2015, 19:24 Uhr

Vor dem Oldenburger Landgericht muss sich ein Delmenhorster verantworten. Eine Person soll er mit einem Messer bedroht, eine andere mit einem Tisch malträtiert haben.

Verzwickter Prozess vor dem Landgericht Oldenburg: Ein Angeklagter aus Delmenhorst soll im Mai 2014 einen Mann und eine Frau in deren Wohnung überfallen und mit einem Messer bedroht haben, damit sie ihm Schmuck und Geld aushändigten. Der Frau, heißt es weiter in der Anklageschrift, habe er zudem gedroht, dass er sie aus dem Fenster stoßen werde, wenn sie nicht pariere. Den Mann soll er mit einem Tisch aufs Sofa gedrückt und anschließend mit dem Tisch nach ihm geworfen haben. Schließlich sei er ohne Beute geflohen.

Angeklagter könnte unter Psychose leiden

Seit Dienstag verhandelt das Landgericht Oldenburg den Fall des 32-Jährigen, dem die Staatsanwaltschaft versuchten Raub in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung vorwirft. Zunächst war das Verfahren gegen den Angeklagten vor dem Amtsgericht Delmenhorst gelandet. Dieses aber hatte sich im April im Zuge der Hauptverhandlung für nicht zuständig erklärt, weil es von einer vollendeten Tat ausgegangen war und die angemessene Strafe für den Angeklagten möglicherweise die Strafgewalt eines Amtsgerichts überschreite: vier Jahre. Das Landgericht Oldenburg wiederum hat die Verhandlung am Dienstag mit drei statt – wie üblich – zwei Berufsrichtern plus zweier Schöffen aufgenommen: Da der Verdacht im Raum steht, dass der Angeklagte unter einer Psychose leidet und möglicherweise in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden muss.

Zeugen nicht verhandlungsfähig

Die Beweisaufnahme in dem Prozess gestaltet sich allerdings kompliziert. Der Angeklagte möchte nicht aussagen. Die beiden Geschädigten hatten zunächst ärztliche Atteste vorgelegt, wonach sie derzeit nicht verhandlungsfähig seien – aus Angst vor dem Angeklagten. Trotzdem lud der Vorsitzende Richter die beiden Geschädigten nach Rücksprache mit deren Ärzten vor, um sie notfalls in Abwesenheit des Angeklagten zu befragen. Dieser Versuch aber ist am Dienstag vorerst gescheitert. Laut Gericht seien die Zeugen derzeit nicht verhandlungsfähig und würden daher einem Psychiater vorgeführt.

Das Landgericht setzt den Prozess am Mittwoch mit der Vernehmung eines Sachverständigen zur psychischen Befindlichkeit des Angeklagten fort.