Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Angelo Kelly überzeugt in Delmenhorst Der Mann traut sich was

Von Thomas Breuer | 14.03.2015, 11:33 Uhr

Mit dem Auftakt zum zweiten Teil der „Mixtape Tour“ hat Angelo Kelly am Freitagabend sein Publikum beeindruckt. Dabei gefiel der 33-Jährige als Sänger, Musiker und Entertainer.

Fotos unerwünscht, außer für die Presse. Das hätte mal jemand zu den Glanzzeiten der Kelly Family sagen sollen. Hätte man machen können, hätte sich aber niemand dran gehalten.

Am Feitagabend zum Auftakt seiner 13 Stationen umfassenden „Mixtape Tour Vol. 2“ wollte es Angelo Kelly in der Divarena so – und das knapp 200-köpfige Publikum leistete brav Folge. Was sich lohnte. Denn Kelly und seinem musikalisch kongenialen Partner, dem Keyboarder und Gitarristen Matthias Krauss, die volle Aufmerksamkeit zu schenken, erwies sich als die richtige Entscheidung.

Auftakt mit „Summer of 69“

Den „Summer of 69“ hat Angelo Kelly mit seinen 33 Lebenjahren zwar nicht selbst erlebt, doch eben diese rockige Nummer von Bryan Adams als Auftakt gewählt. Keine schlechte Idee, denn sofort klatschen große Teile des Publikums begeiert mit. Nicht nur die Frauen, die deutlich in der Überzahl sind.

Mixtapes, erklärt Kelly, habe er früher oft zusammengestellt. Musikkassetten also mit den persönlichen Favoriten für sich selbst, die Angebetete oder einen besonderen Anlass. Seine Tour bietet genau solch einen Mix – keine eigenen Titel, sondern Interpretationen großer Stücke anderer Künstler.

Auch am Schlagzeug ein Könner

Und, ja, der Mann traut sich was. Miley Cyrus’ „Wrecking Ball“ geht er mit der gleichen Inbrunst an wie Philipp Poisels „Wie soll ein Mensch das ertragen?“ – die einzige deutschsprachige Nummer im Repertoire. Zu „Another Brick in the Wall“ bearbeitet Kelly erstmals das Schlagzeug und leitet den Welterfolg von Pink Floyd mit Matthias Krauss an der Gitarre gnadenlos über in „Whole Lotta Love“ von Led Zeppelin. Dies und die spätere Nirvana-Zugabe „Smells like Teen Spirit“ reißen das Publikum vollends von den Sitzen. „Das musste kurz raus!“, lässt Kelly wissen. Die Zuhörer sind begeistert: Stehen da bloß zwei Mann auf der Bühne oder ist das eine ganze Band?

Ob Rocksong oder Ballade – Kelly überzeugt mit seinen mitunter eigenwilligen, aber gerade deshalb reizvollen Interpretationen. Er gefällt nicht nur als Sänger und Musiker, sondern auch als Anekdoten einstreuender Entertainer.

Ein Ausflug in die eigene Vergangenheit

Zum Finale dann doch noch ein Ausflug in die Historie der Kelly Family . Angelo Kelly hat dafür das getragene „Cover the Road“ von seinem Bruder Jimmy ausgewählt. Der habe ihm im Vorfeld gesagt, dass das doch niemand mehr hören wolle. Zumindest für das Divarena-Publikum lag der ältere Kelly mit dieser Einschätzung falsch.

Goldrichtig lagen dafür alle, die nach der Show auf ein Autogramm oder ein Selfie mit Kelly hofften. Fast zwei Stunden nahm sich der Star ohne Star-Gehabe Zeit für seine Fans. Fotos, die waren für ihn jetzt überhaupt kein Problem mehr. Eine schöne Erinnerung, wenn voraussichtlich im Sommer das Album zur aktuellen Tour erscheint. Auch in der Divarena liefen dafür die Aufnahmegeräte.