Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ankauf denkbar Bremen benötigt Trinkwasser – aus Delmenhorst?

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 24.02.2016, 10:08 Uhr

Die Delmenhorster Graft-Problematik könnte durch Bremen gelöst werden. Die Hansestadt benötigt in Zukunft Wasser und könnte sich eine Zusammenarbeit mit Delmenhorst vorstellen.

Um auch zukünftig den Bedarf von Trinkwasser zu decken, ist Bremen langfristig auf die externe Unterstützung angewiesen. Auf der Suche nach neuen Quellen kommt auch Delmenhorst ins Spiel, wie Jens Tittmann, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, auf dk-Nachfrage bestätigt. „Delmenhorst hat viel Potenzial und ist natürlich eine interessante und spannende Option für uns“, erklärt der Senator vielversprechend.

Vertrag mit Wasserwerk Panzenberg läuft aus

Hintergrund ist der Bremer Vertrag mit dem Landkreis Verden und dem dort ansässigen Wasserwerk Panzenberg. Der Vertrag endet im Jahr 2023. Wegen ökologischer Bedenken zieht es der Landkreis in Erwägung, die Trinkwasserförderung zu beenden. Nach Angaben von Tittmann bekäme Bremen zur Zeit jährlich rund acht Millionen Kubikmeter Wasser. Bei einem Verbrauch von insgesamt gut 31 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr stamme laut Tittmann aktuell jeder vierte Liter, der in Bremen verbraucht wird, aus dem Wasserwerk Panzenberg. Spätestens 2023 bräuchte Bremen also Alternativen, um das Wasserproblem zu lösen. Auf politischer Ebene sieht sich die Hansestadt deshalb schon seit Langem nach anderen Lösungen um. (Weiterlesen: In Delmenhorster Graft läuft es auf ein Ziel hinaus)

Bislang keine konkreten Pläne

Die StadtWerkegruppe Delmenhorst weiß bislang jedoch nichts von konkreten Plänen seitens der Hansestadt. „Da wir weder vom Umweltsenator noch von den Stadtwerken Bremen zu diesem Thema angesprochen worden sind, wird dies auch nicht in der StadtWerkegruppe diskutiert“, teilt Britta Fengler, Pressesprecherin der StadtWerkegruppe Delmenhorst, mit. Auch Sascha Voigt, Vorsitzender des Aufsichtsrates Stadtwerke Delmenhorst, zeigt sich unwissend. „Bisher trat niemand von Bremer Seite an uns heran. Von einer Kontaktaufnahme kann deshalb keine Rede sein“, berichtet der Ratsherr. (Weiterlesen: Delmenhorster Feuerwehr stärkt ihren Nachwuchs)

Bremen sucht Lösungsmodelle

„Das ist korrekt. Bisher haben keine konkreten Gespräche stattgefunden. Momentan wird das Thema medial ziemlich hochgefahren“, versucht Tittmann die Brisanz kleinzuhalten. Trotzdem gibt er zu, dass im Hintergrund die Arbeiten längst laufen. „Sowohl die Landesregierung in Bremen als auch in Niedersachsen sind sich der Thematik bewusst. Deshalb haben wir gemeinsam ein Verfahren ins Rollen gebracht, dass sich nach Lösungsmodellen umschaut. Im Rahmen des Prüfverfahrens wird auch Delmenhorst als Alternative geprüft“, verrät Tittmann. (Weiterlesen: Themenportal zur Delmenhorster Graft)

Graft-Problematik könnte gelöst werden

Vor Ort stößt das auf offene Ohren. „Auch wenn wir noch nichts aus Bremen gehört haben, zeigen wir uns in dieser Hinsicht natürlich gesprächsbereit. Die Auseinandersetzung mit Ideen und die Umsetzung von Plänen stehen intern immer auf der Tagesordnung. Ein Wasserverkauf nach Bremen wurde bislang zwar noch nicht konkret thematisiert, er könnte für uns jedoch eine hervorragende Lösung sein, um die Problematik rund um die Graft zu lösen“, zeigt sich Voigt offen für Gespräche mit dem Nachbarn aus Bremen. Ebenso interessiert, aber deutlich verhaltener präsentiert sich die StadtWerkegruppe. „Wir haben grundsätzlich ein Interesse, unsere Geschäftsfelder auszuweiten“, lautet die knappe Mitteilung von Pressesprecherin Fengler. (Weiterlesen: Baumriese fällt in Delmenhorster Graft)