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Antrag von SPD/Piraten und Linken Stadt Delmenhorst soll Kindermittagstisch finanzieren

Von Frederik Grabbe | 12.05.2017, 18:44 Uhr

Die Finanzierung des Kindermittagstischs des Vereins „Stars for Kids“ soll von der Stadt übernommen werden. Dies wünscht sich die Gruppe SPD/Piraten und die Fraktion Die Linke. Die Stadt fürchtet eine Kostenexplosion.

Wenn es nach der Gruppe SPD/Piraten und der Fraktion Die Linke geht, soll die Stadt Delmenhorst die Kosten des Kindermittagstischs übernehmen. Über dieses Angebot versorgt der Verein „Stars for Kids“ mittels Spenden bedürftige Kinder und Jugendliche in der Stadt mit rund 250 Essen pro Woche. Den Antrag wollen SPD/Piraten und Linke kommende Woche Dienstag (17 Uhr, großer Sitzungssaal) im Jugendhilfeausschuss stellen. Würde letztes vom Rat so beschlossen, könnte dies den Vereinszweck obsolet machen.

Verwaltung: „Funktionierendes Angebot müsste eingestellt werden“

Rund 25.000 Euro benötigt „Stars for Kids“ im Jahr für den Betrieb des Kindermittagstischs, hatte der Verein im Februar beschrieben. Diese Summe konnte der Verein seit seiner Gründung Ende 2013 bisher stets zusammenbringen. Würden die politischen Gruppen ihr Begehr durchsetzen, müsste ein „funktionierendes, vorwiegend durch Spenden finanziertes trägerübergreifendes Angebot“ eingestellt werden, befürchtet die Stadtverwaltung in der Vorlage zur Sitzung. Darum, und aus Kostengründen, empfiehlt sie, den Antrag abzulehnen.

Trägerübergreifende Essensvergabe

Bisher läuft das System so: Der Verein sammelt Spenden und überweist sie an die örtliche Diakonie. Diese kauft Lebensmittel ein und lagert sie. Die Mittagessen werden im Familienzentrum St. Christophorus zubereitet. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) übernimmt den Transport zu den Jugendhäusern der Stadt, wo die Essen ausgegeben werden.

Verwaltung äußert Bedenken

SPD/Piraten und Linke schreiben im Antrag, sie sehen es als „Aufgabe der Kommune“, „die jüngsten unserer Gesellschaft einmal am Tag“ mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Würde die Stadt aber die Finanzierung übernehmen, würde sich einiges ändern, führt die Verwaltung in der Vorlage an. Beispielsweise könnten bei der Zubereitung der Essen keine Kräfte durch günstige Arbeitsgelegenheiten (AGH) vom Jobcenter eingesetzt werden. Und bedingt durch Vergaberichtlinien für die Kommune, könnte das Mittagessen erst nach der Genehmigung des Haushalts im Jahr 2018 ausgegeben werden. Möglicherweise würde sich dadurch eine Versorgungslücke auftun.

Kostenexplosion befürchtet

Zudem argumentiert die Jugendverwaltung der Stadt: Hätte Delmenhorst die Federführung, dürfe das Angebot nicht auf die Jugendhäuser beschränkt bleiben, es müsste sich an „alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen“ richten. Und das würde die Kosten „extrem“ in die Höhe treiben. Für die aktuellen 250 wöchentlichen Portionen gehen Stadt und Antragsteller von rund 40.000 Euro aus.