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Anwohner sollen sich selbst helfen Graftbündnis warnt Delmenhorster mit deutlichen Worten

Von Jan Eric Fiedler | 02.07.2015, 18:43 Uhr

Das Aktionsbündnis „Rettet die Graft“ warnt mit einem Flyer Anwohner der Graft vor einem weiteren möglichen Pumpenausfall und übt harte Kritik an der Stadt und der Stadtwerkegruppe. Der Flyer wurde bereits über Facebook publiziert und soll demnächst in der Stadt verteilt werden.

Deutliche Warnungen sind darin zu lesen. Es gebe keinen Notfallplan, falls die Pumpen wieder ausfallen. „Sie sollten sich bereits jetzt darauf einrichten, dass Sie dann mit dauerhaften Schäden an Ihrem Haus und Keller, Ihrem Garten und Grundstück, der Kanalisation, der Trinkwasserversorgung, der Gasversorgung, der Telefonleitung und der Straße rechnen müssen“, schreibt das Bündnis.

Bürger sollen eigene Schutzmaßnahmen treffen

Weiter heißt es auf dem Flyer: „Bitte treffen Sie eigene Schutzmaßnahmen, denn von Seiten der Stadt und der Stadtwerkegruppe können Sie keine Hilfe erwarten.“ Der Stadtrat habe zwar die dringend notwendigen Sofortmaßnahmen beschlossen, doch würden diese von den Zuständigen nur zögerlich oder gar nicht in Angriff genommen. Weiterhin gibt das Bündnis die Empfehlung ab, sich direkt an Oberbürgermeister Axel Jahnz und Hans-Ulrich Salmen, Geschäftsführer der Stadtwerkegruppe, zu richten.

Leserbriefschreiber in der Kritik

Kritik übt das Bündnis auch an einem im dk vom 24. Juni veröffentlichten Leserbrief von Dittmar Knoche. Dieser hatte die Wiederaufnahme der Trinkwasserförderung in der Graft als „Affront wider die Vernunft“ bezeichnet und für eine Oberflächenentwässerung und das Anlegen eines Sees als Wasserspeicher plädiert. „Die Sinnlosigkeit dieser Maßnahme ist dem Oberbürgermeister, der IFAG und dem Aktionsbündnis vor wenigen Wochen von Fachleuten des Ochtumverbandes bei einem Ortstermin in der Graft erklärt worden“, entgegnet das Aktionsbündnis in einer Mitteilung.

Entwässerung nur mit hohem Aufwand

Nur mit einem hohen technischen Aufwand und damit verbundenen hohen Kosten ließe sich eine überhaupt nennenswerte Oberflächenentwässerung herstellen, die aber sehr geringe Auswirkungen auf das Grundwasserniveau haben würde. „ Ob die Behauptung von Herrn Knoche wahr ist, dass es keine Regressansprüche gibt, wäre vor einem Gericht zu klären“, so das Bündnis. So habe die Stadt hat bisher die Folgen der Einstellung der Trinkwassergewinnung aus dem Haushalt bezahlt.