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Appell an Haushalte Delmenhorster Klärwerk hat mit Toiletten-Müll zu kämpfen

Von Michael Korn | 26.07.2017, 09:40 Uhr

Das Delmenhorster Klärwerk hat zunehmend mit Müllrückständen zu kämpfen, die in den Haushalten achtlos die Toilette hinuntergespült werden.

Das Delmenhorster Klärwerk hat zunehmend mit Müllrückständen zu kämpfen, die in den Haushalten achtlos die Toilette hinuntergespült werden. Vor allem Feuchttücher, Essensreste und Katzenstreu machen der Kanalisation zu schaffen, wie die Stadtwerke Delmenhorst auf dk-Anfrage mitteilten. Bis zu 400000 Kilogramm Unrat filtern die Rechen in der Kläranlage mittlerweile im Jahr aus den mehr als sechs Millionen Kubikmeter Schmutzwasser.

Pumpen können blockiert werden

Britta Fengler, Pressesprecherin der Stadtwerke-Gruppe, bekräftigt: „Hygieneartikel wie die sogenannten Feuchttücher, die in der Toilette landen, sind immer wieder ein großes Problem. Sie lagern sich anschließend in den Kanälen ab und führen dort zu Verstopfungen. Diese können nur sehr aufwendig beseitigt werden. Zudem ist dies mit hohen Kosten verbunden.“ Da die Feuchttücher zudem sehr reißfest sind, bildeten sie im Abwasser lange verfilzte Faserstränge, die wie dicke Zöpfe aussehen. Sie können laut Fengler die Pumpen zum Stillstand bringen. Feuchttücher gehörten daher nicht in die Toilette, sondern wie andere Hygieneartikel auch in den Restmüll.

Essensreste locken Ratten an

Nicht zu unterschätzen seien auch Essensreste. Fengler: „Immer wieder kommt es vor, dass nach dem Essen etwas übrig bleibt – ein Rest Soße und so weiter. Und dann schnell in die Toilette damit. Gerade Fette setzen sich an den Kanalwandungen ab. Folge: es kommt zur Verringerung der Fließgeschwindigkeit und oftmals zu weiteren Ablagerungen. Bis irgendwann mal gar nichts mehr geht! Das ist dann im Privathaushalt daran zu erkennen, dass der Abfluss verstopft ist. Dann ist guter Rat teuer.“ Außerdem seien Essensreste eine willkommene Speise für Nagetiere, vor allem Ratten. Daher gelte auch hier: Essensreste gehören nicht in die Toilette, sondern in den Restmüll.

Katzenstreu kann verkleben

Oftmals wird den Angaben zufolge auch Katzenstreu über die Toilette entsorgt. Da Katzenstreu Flüssigkeit aufsauge und sich dadurch das Gewicht erhöhe, könne sie verkleben und sich im Kanal absetzen. Damit es nicht zu massiven Verstopfungen kommt, müssten die Kanäle sehr aufwendig gereinigt werden. Daher gehöre auch Katzenstreu in den Restmüll.

Auch Ohrenstäbchen nicht ins WC

In den sogenannten Rechen in der Kläranlage sind vor allem die feuchten Hygienetücher zu finden – auch Haushaltstücher wie „Wisch &Weg“, die ebenfalls in den Restmüll gehören. Auch Ohrenstäbchen spülen manche Verbraucher die Toilette hinunter. Diese können in den Rechen jedoch auch durchrutschen und landen dann im Faulturm oder im Abfluss. Plastiktüten landen ebenfalls im Rechen. Hier werden alle Fremdstoffe ausgesiebt, die größer als sechs Millimeter sind.