Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Appell an Völkergemeinschaft 600 Christen demonstrieren in Delmenhorst gegen IS

Von Heike Bentrup | 07.03.2015, 21:39 Uhr

Auf einem Protestmarsch durch die Stadt und mit eindringlichen Appellen an die Völkergemeinschaft haben am Samstagnachmittag rund 600 Christen, größtenteils Mitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinden Delmenhorst, Ganderkesee und Bremen, sowie Angehörige yesidischer Gemeinden ein sofortiges Ende des Völkermordes in Syrien und im Irak gefordert. Unter den Demonstranten war auch Erzbischof Mor Julius Dr. Hanna Aydin, Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland.

Mit großen Transparenten, auf denen ein Ende des Völkermordes gefordert wurde, sowie lautstarken Rufen nach UN-Schutzzonen für die Christen im Nahen Osten und die verfolgten Yesiden sind am Samstag rund 600 Teilnehmer einer Demonstration vom ZOB durch die Delmenhorster Innenstadt bis zum Ratshausplatz gezogen. Initiator der Kundgebung, die mit einem Marsch vom ZOB zum Marktplatz begann, waren die syrisch-orthodoxen Gemeinden Delmenhorst, Ganderkesee und Bremen.

Vertreten waren neben den aramäischen und yesidischen Gemeinden auch das „Breite Bündnis gegen Rechts“, der Türkische Arbeiterverein und politische Parteien. Die CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz sowie die Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag (SPD) und Astrid Grotelüschen (CDU)waren nicht vor Ort, haben nach Worten des Sekretärs der Syrisch-orthodoxen St.-Johannes-Kirche und Vorsitzenden des Integrationsbeirates, Matthias Matay Gabriel, aber Grüße übermitteln lassen.

Mehrere Redner, darunter auch Erzbischof Mor Julius Dr. Hanna Aydin, forderten internationale Solidarität. „Der Krieg im Nahen Osten ist längst kein lokaler Brennpunkt mehr. Die IS-Mörderbande stellt eine große Bedrohung für Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit in der ganzen Welt dar“, mahnte Gabriel. Wer sich friedlich im Widerstand gegen die Terrormiliz engagiere, verteidige auch die eigene Sicherheit und Wertegemeinschaft.