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Arbeiten an Kaserne und Klinik laufen Delmenhorst muss weniger Flüchtlinge aufnehmen

Von Katja Butschbach | 15.01.2016, 14:49 Uhr

Bei der Flüchtlingsunterbringung setzt das Land sein Amtshilfeersuchen zunächst aus. Sporthallen werden dennoch weiterhin für die Flüchtlingsunterbringung benötigt. Kaserne und Kinderklinik sind als Unterkünfte in Vorbereitung.

Auf Bitte der Stadt hat das Land Niedersachsen die Zahl der Plätze, die für Flüchtlinge im Zuge der Amtshilfe vorgehalten werden müssen, auf 200 reduziert. Bei der Amtshilfe ist die Stadt Erstaufnahmeeinrichtung: Ab Mitte Oktober war diese Hilfe für vier Wochen vorgesehen, wurde aber mehrfach verlängert, nun bis zum 15. Februar. Zunächst waren 200 Plätze vorgesehen, kurze Zeit später 350. Die Stadt muss ab Montag zudem zunächst keine Flüchtlinge mehr im Zuge der Amtshilfe aufnehmen. Darüber hat das Land das Rathaus Freitagmorgen informiert. Hintergrund sei, dass momentan wenige Flüchtlinge in Bayern ankommen.

Nur noch Sporthalle an der Weverstraße für Flüchtlingsunterbringung im Rahmen der Amtshilfe

Für die Stadt heißt dies, dass ab Montag nur noch die Sporthalle auf dem Bundeswehrgelände an der Weverstraße für die Unterbringung von Flüchtlingen im Zuge der Amtshilfe genutzt wird. Hier können maximal 198 Menschen untergebracht werden. „Die darüber hinausgehenden Plätze können bei Bedarf in Wohnungen bereitgestellt werden.“

Andere Hallen für reguläre Zuweisungen

Ab Montag könne, heißt es aus dem Rathaus, die Sporthalle an der Holbeinstraße mit 96 Plätzen genutzt werden, um vorübergehend Flüchtlinge aus der regulären Quote unterzubringen. „Auch die Sporthalle am Stubbenweg (194 Plätze) ist mit Menschen aus diesem Personenkreis belegt.“

Jede Woche kommen rund 60 Flüchtlinge an

Aus der aktuellen Zuweisungsquote muss die Stadt laut Petra Gerlach, Fachbereichsleiterin im Rathaus, in diesem Quartal noch 500 Flüchtlinge aufnehmen. Weiterhin kommen laut Rathaus wöchentlich rund 60 Flüchtlinge über die reguläre Zuweisung in der Stadt an. Deshalb werde es „aller Voraussicht nach leider nicht gelingen, als Notunterkunft dienende Sporthallen kurzfristig wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung zu stellen“. 2015 habe man insgesamt rund 1300 Flüchtlinge untergebracht.

Kinderklinik Ende März fertig

Auch wenn jetzt zunächst weniger Flüchtlinge ankommen, arbeitet die Stadt weiterhin an der Schaffung von Unterkünften. So sollen 40 Flüchtlinge in weitgehend barrierefreien Räumen in der ehemaligen und mittlerweile leer stehenden Kinderklinik an der Wildeshauser Straße unterkommen. Die Arbeiten sollen laut Gerlach Ende März beendet sein. Brandschutzkonzept und Baugenehmigung für die Umnutzung lägen vor, ein Teil der Maurerarbeiten und die neuen Hausanschlüsse für die Versorgung mit Gas und Wasser seien bereits erledigt, Trocken- und Heizungsbauarbeiten seien begonnen. Die Kosten liegen bei rund 290.000 Euro.

Erste Teile der Kaserne ab Februar nutzbar

Auch bei der Kaserne laufen die weiteren Vorbereitungen: Dort wird eine Zaunanlage gebaut, um die Gebäude vom militärisch genutzten Teil zu trennen. „Nach Fertigstellung Ende Januar 2016 könnten erste Kasernengebäude Anfang Februar belegt werden“, berichtete Gerlach. „Die vollständige Fertigstellung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da weitere Umbauarbeiten in allen Gebäuden erforderlich sind, um hier längerfristige Wohnverhältnisse zu schaffen.“

Wohncontainer und Schule im Blick

An weiteren Optionen arbeitet die Stadt planerisch – etwa an der „Möglichkeit einer Unterbringung von 60 Personen in einem Teil der Außenstelle der Oberschule Süd an der Königsberger Straße“, so Gerlach. Wohncontainer und Einfachbauten werden als Unterkünfte ebenfalls untersucht. Eine Flüchtlingsunterbringung im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt sei aktuell kein Thema mehr. Umbau, Miete und Nebenkosten „sind nach aktueller Feststellung der Verwaltung zu hoch“. Alternative Lösungen könnten bei geringeren Kosten einen vergleichbaren oder sogar höheren Unterbringungsstandard ermöglichen.