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Arbeitskampf in der Papierverarbeitung Klingele-Mitarbeiter in Delmenhorst streiken

Von Frederik Grabbe | 15.12.2016, 13:50 Uhr

Ein Warnstreik organisiert von der Gewerkschaft Verdi hat am Donnerstagmorgen die Produktion der Klingele Papierwerke in Delmenhorst für zwei Stunden lahmgelegt. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Lohn für Tarifbeschäftigte.

Rund 40 bis 50 Mitarbeiter der Klingele Papierwerke in Delmenhorst sind am Donnerstagmorgen in den Warnstreik getreten. Laut Verdi-Fachbereichssekretärin Kornelia Haustermann wurde von 6 bis 8 Uhr in der Frühschicht die Produktion in dem Wellpappenwerk bestreikt.

Insgesamt 215 Beschäftigte im Papierwerk

Mit dem Warnstreik wollen die Tarifbeschäftigten im Werk ihren Forderungen bei der dritten Verhandlungsrunde am 21. Dezember Nachdruck verleihen. Dann verhandelt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit Arbeitgebern des Hauptverbands Papier- und Kunststoffverarbeitung. Ende Oktober war das Tarifabkommen abgelaufen. Verdi vertritt eigenen Angaben zufolge bundesweit 100.000 Beschäftigte in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie, im Delmenhorster Klingele-Werk arbeiten nach Unternehmensangaben 215 Beschäftigte, den gewerkschaftlichen Organisationsgrad dort bezeichnet Haustermann als „gut“.

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„Arbeitgeberangebot ist vergiftet“

Die Gewerkschaft verlangt eine Lohnerhöhung von fünf Prozent. Die Arbeitgeber hätten ihren Angaben zufolge in der vergangenen Tarifrunde Ende November eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten vorgeschlagen. Haustermann bezeichnet das Angebot als „vergiftet“ und „völlig unzureichend“. Als Grund für die Erhöhung führt Verdi einen höheren Umsatz in der Branche und eine permanente Leistungsverdichtung für die Beschäftigten an.

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„Verdi-Forderung ist unrealistisch“

In einer ersten Stellungnahme äußerte das Delmenhorster Werk Verständnis für die eigenen Mitarbeiter. Allerdings sei die geforderte Tariferhöhung von fünf Prozent auf zwölf Monate „unrealistisch“ und in der Branche „für kein Unternehmen zu verkraften“, teilte Werksleiter Patrick Ginter mit. „Beide Seiten sollten so schnell wie möglich eine Lösung finden, die sowohl die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt, eine längere Planungssicherheit bietet, zum Beispiel 24 Monate, und auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens unterstützt.“ Ginter weist zudem darauf hin, dass Klingele „weit über Tarif“ entlohne.