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Arbeitskreis „Sauberes Delmenhorst“ Ruf nach Rückkehr der Citystreife wird lauter

Von Marco Julius | 10.08.2016, 10:03 Uhr

Rund 80 Bürger haben am Dienstagabend die Podiumsdiskussion zum Thema „Saubere Stadt“ verfolgt. Der ausrichtende Arbeitskreis begann den Abend mit einem Hilferuf.

Die Podiumsdiskussion mit Vertretern der am 11. September zur Wahl stehenden politischen Parteien hat am Dienstagabend mit einem Hilferuf begonnen. Ditmar Knoche verdeutlichte für den einladenden Arbeitskreis „Sauberes Delmenhorst“, dass der Kreis nach nun über zehnjähriger Tätigkeit an die Grenzen der Arbeitsbelastung und Einwirkungsmöglichkeiten gerate. Das Thema „Sauberkeit in Delmenhorst“ müsse auf eine qualifizierte Basis gestellt werden. Zu diesem Zweck beantragt der Arbeitskreis die Einrichtung eines Runden Tisches.

Zehn Vertreter aus der Politik dabei

Die Vertreter der zehn Parteien – auf dem Podium saßen Denis Kurku (SPD), Kristof Ogonovski (CDU), Axel Konrad (FDP), Marlies Düßmann (Grüne), Paul Wilhelm Glöckner (Bürgerforum), Hartmut Rosch (Linke), Peter Stemmler (UAD), Thomas Kuhnke (Freie Wähler), Anja Reisgies (Piraten) und Holger Lüders (AfD) – unterstützen diese Forderung nahezu einmütig. Stemmler antwortete mit einem „Vielleicht“ und gab den Schwarzen Peter an beim Thema „Saubere Stadt“ an die Verwaltung weiter. Konrad schlug vor, den Runden Tisch an die Bürgerideenbörse anzubinden, damit er auch in die Ratsgremien komme.

Ruf nach Citystreife

Ein differenzierteres Bild ergab sich bei der Frage nach der Wiedereinführung der Citystreife mit erweiterten Befugnissen, der vielleicht sogar ein Polizist zur Seite gestellt werden könnte. Deniz Kurku („Forderung nachvollziehbar“) und Kristof Ogonovski („Ist sinnvoll“) verwiesen auf die klamme Haushaltslage der Stadt. Düßmann entgegnete, Geld dürfe hier nicht das Argument sein. Reisgies machte für die Piraten klar, dass die Streife nur Sinn habe, wenn sie auch sanktionieren könne. Kuhnke („Prinzipiell eine gute Sache“) und Konrad („Da geht mir als Polizist das Herz auf“) sprachen sich ebenso für die Citystreife aus wie Glöckner („Voll dafür“). Lüders will dafür Ein-Euro-Kräfte über das Job-Center heranziehen. Stemmler sprach sich dafür aus, den Leidensdruck auf Müllsünder zu erhöhen, muss aber von der Streife erst überzeugt werden. Lediglich Rosch sagte für die Linke, die Streife sei zwar „schön und nett, aber nicht durchführbar und am Ende wenig wirksam“.

Geteilte Meinung bei Abfalllotsen

Die Wiedereinführung der Abfalllotsen stieß auf nicht ganz so große Zustimmung. „Man kann nicht für alle Probleme Lotsen bereitstellen“, sagte etwa Kuhnke. Ogonovski plädierte dafür, verstärkt die ADG in die Pflicht zu nehmen, wenn es darum gehe, etwa über die richtige Müllsortierung aufzuklären.

Professor Gerd Turowski, der sein weiteres Wirken im Arbeitskreis „Sauberes Delmenhorst“ davon abhängig machen will, ob die Citystreife kommt, nahm sowohl den Zuspruch, den die Podiumsdiskussion fand, als auch die Debatte selbst als positives Zeichen dafür, dass sich in Delmenhorst etwas verändern lasse.