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Arbeitslosigkeit sinkt Mehr Delmenhorster in Lohn und Brot

Von Kai Hasse | 02.11.2017, 17:23 Uhr

Der Arbeitsmarkt in Delmenhorst bleibt stabil. So bilanziert Karin Kayser, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Der Stand der Arbeitslosen sei leicht gesunken im Vergleich zum Vorjahr. Die Quote liegt aktuell bei acht Prozent. Gestiegen ist hingegen die Zahl der Bedarfsgemeinschaften und Leistungsberechtigten.

Einen kleinen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet die Agentur für Arbeit. Um 5,2 Prozent ist die Zahl zurückgegangen. 4490 Arbeitslose gab es Ende Oktober im Geschäftsstellenbezirk (Delmenhorst und Ganderkesee). Die Quote sank im Vergleich zum Vormonat leicht (-0,5 Prozent) und im Jahresvergleich von 8,4 Prozent im Oktober 2016 auf aktuell glatte acht Prozent (-244). In der Stadt Delmenhorst stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat leich auf 3875 (+0,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt hier 9,8 Prozent, im Oktober 2016 waren es 10,3 Prozent. Von diesem moderaten Rückgang hätten im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten vor allem junge Arbeitslose profitiert, erklärte die Geschäftsstellenleiterin Karin Kayser. Bei ihnen liege der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei sieben Prozent im Vergleich zum September. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass viele junge Erwachsene im Oktober ein Studium beginnen oder in eine Ausbildung starten.

Neue Hoffnung für Ältere

Ein genauerer Blick auf die Altersgruppen gibt dem allerdings einen Dämpfer. Mehr als 30 Prozent derjenigen im Stadtgebiet, die eine Arbeitsstelle suchen, sind 50 Jahre und Älter. Gut 18 Prozent sind 55 und älter. Allerdings sei die Situation für ältere Arbeitssuchende nicht mehr so scheinbar aussichtslos wie noch vor mehreren Jahren, wie auch Jobcenter-Chef Frank Münkewarf und Regina Krumpe, Teamleiterin des Arbeitgeber-Service, betonen. „Vor zehn Jahren konnte ich jemandem, der über 50 ist, wenig Hoffnung machen“, sagt Münkewarf, „das hat sich geändert.“ Neue technische Anforderungen, die in den Betrieben anfallen, seien auch für Ältere zu erlernen – und qualifizierte Mitarbeiter würden nach wie vor gesucht.

Derzeit seien 744 offene Stellen bei der Arbeitsagentur als zu besetzen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 36 mehr. Diese Stellen seien nicht leicht zu besetzen, so Krumpe. Die Qualifizierung der Arbeitssuchenden bleibe ein wichtiger Punkt. Die größte Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde mit 285 Stellen in der Produktion und Fertigung, es folgen Verkehr und Logistik (137) sowie Gesundheit und Soziales sowie Lehre und Erziehung (je 122).

Mehr Leistungsberechtigte

Gedanken macht sich derweil Jobcenter-Chef Münkewarf um die wachsende Zahl der Bedarfsgemeinschaften und ihrer Mitglieder – also der Einzelpersonen und Familien, die von Sozialleistungen leben. Bedarfsgemeinschaften gäbe es derzeit 5610 – das sind 194 mehr als im Oktober 2016. Leistungsberechtigte – also beispielsweise auch die Kinder der Sozialhilfeempfänger – gibt es insgesamt 11.363. Das sind 661 mehr als im Vorjahr. Dies sei vor allem, so Münkewarf, mit der wachsenden Anzahl von Geflüchteten zu erklären. Im Oktober waren 392 Geflüchtete in der Stadt Delmenhorst beim Jobcenter als arbeitslos gemeldet – das seien gut zehn Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk. 692 weitere Geflüchtete waren nicht arbeitslos gemeldet, sondern werden als arbeitssuchend geführt. Sie sind derzeit in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder in geringer Stundenzahl arbeitstätig und zugleich auf der Suche nach einer Stelle. Geflüchtete machten im Oktober 2016 14,6 Prozent der Arbeitssuchenden aus.