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Arbeitsmarkt im August Junge Arbeitnehmer polieren Delmenhorster Arbeitsmarkt auf

Von Frederik Grabbe | 31.08.2017, 21:21 Uhr

Am Ende des Sommers zeigt sich der Delmenhorster Arbeitsmarkt in guter Verfassung. Dafür sorgen insbesondere junge Arbeitnehmer. Der Grad an Unterbeschäftigung ist aber noch immer hoch.

Einstellungsfreudige Betriebe, eine Jugend, die ins Arbeitsleben startet: Der ausgehende Sommer hat dazu beigetragen, dass die Arbeitslosenquote in Delmenhorst ordentlich gesunken ist. 10,1 Prozent betrug die Arbeitslosigkeit laut Agentur für Arbeit im August, 0,3 Prozent weniger, als im Juli. Insgesamt zählt die Stadt derzeit 3981 Arbeitslose – das sind 4,8 Prozent (absolut: 200) weniger als im Juli. Auch im Vergleich zum Vorjahr steht die Stadt besser da (-3,1 Prozent). In Ganderkesee waren 658 im August Menschen arbeitslos gemeldet.

Junge Arbeitnehmer polieren Statistik auf

Am meisten hat sich in der Gruppe der jüngeren Arbeitslosen getan: „Viele unter 25-Jährige beendeten nach den Sommerferien ihre Arbeitslosigkeit, weil sie eine Ausbildung oder Arbeitsstelle begonnen haben“, ordnete die Leiterin der Agentur für Arbeit, Karin Kayser, die Zahl ein. Ihre Zahl fiel um kräftige 9 Prozent (42) auf 430. Zudem sehe Kayser eine hohe Bereitschaft der Betriebe, nach den Ferien und der Urlaubszeit einzustellen. Derzeit gibt es 800 Stellenangebote in Delmenhorst, „zwar sind im Vergleich zum Juli weniger Stellen hinzugekommen, der Bestand ist aber dennoch hoch“, so Kayser. Auch sind noch 60 Ausbildungsplätze nicht belegt, 147 Bewerber suchen noch.

 (Weiterlesen: Ferien lassen Arbeitslosenquote steigen) 

Noch immer hoher Grad an Unterbeschäftigung

Hoch ist ebenfalls noch immer die Unterbeschäftigung in der Stadt. Diese umfasst all jene, die zwar Arbeit suchen, aber an Weiterbildungsmaßnahmen oder Fortbildungen teilnehmen, und darum offiziell nicht in den Arbeitlosenzahlen geführt werden. 5917 Menschen, oder 14,5 Prozent, sind demnach unterbeschäftigt. Leicht weniger als im Juli, aber 5,6 Prozent (316) mehr als vor einem Jahr. Wie Jobcenter-Teamleiter Nils Oltmanns erklärte, stecken zum einen Flüchtlinge in Integrationskursen hinter dieser Zahl. Zum anderen aber auch verstärkt Menschen in Maßnahmen und insbesondere über 58-Jährige, denen das Jobcenter für ein weiteres Jahr kein Jobangebot machen konnte, und darum nicht als arbeitslos, sondern als unterbeschäftigt gelten. Allein zum August wurden aus 81 älteren Arbeitslosen Unterbeschäftigte, so Kayser auf Nachfrage.

Generell sprach sie aber von einer saisontypischen, guten Beschäftigung. Ihrer Prognose nach, werde sich die Lage mit der Herbstbelebung weiter verbessern. Allerdings sprach sie auch von vielen Integrationskursen, die bald beendet würden, womit sich Flüchtlinge nocheinmal in den Zahlen niederschlagen werden. „Grundsätzlich fragen wir uns, was politische Entwicklungen im Ausland und der Ausgang der Bundestagswahl in diesem Bereich für uns bedeuten könnte“, schilderte Kayser eine große Unbekannte.