Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Arbeitsmarkt im Januar Dämpfer für hochfliegenden Delmenhorster Arbeitsmarkt

Von Frederik Grabbe | 31.01.2018, 18:27 Uhr

Monatelang lag die Delmenhorster Arbeitslosenquote unter zehn Prozent. Das ist nun vorerst vorbei. Dennoch blickt die Arbeitsagentur optimistisch auf das Jahr 2018 und will vor allem Ungelernte qualifizieren.

  •  
  • Die Arbeitslosigkeit ist in Delmenhorst im Januar auf 10,2 Prozent gestiegen.
  • Trotzdem ist die wirtschaftliche Lage im Vergleich mit dem Januar 2017 gut.
  • Vor dem Hintergrund vieler ungelernter Arbeitsloser will die Arbeitsagentur 2018 mehr Mühe in Umschulungen stecken.

Das kleine Hoch, das den Delmenhorster Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten beflügelte, ist vorbei. Die Arbeitslosenquote ist im Januar wieder auf über zehn Prozent geklettert. Derzeit gibt es nach Zahlen der Arbeitsagentur im Stadtgebiet 4016 Arbeitslose, das sind 245 Menschen mehr als im Dezember. Damit beträgt nun die Arbeitslosenquote nun 10,2 Prozent. Im Dezember waren es noch 9,6 Prozent. In Ganderkesee sind den Angaben nach 614 Menschen (+14) ohne Arbeit.

Dämpfer in vergleichsweiser guter wirtschaftlichen Lage

Dieser „signifikante Anstieg“ in Delmenhorst erklärt sich laut Karin Kayser, Leiterin der Delmenhorster Geschäftsstelle der Agentur, durch mehrere Faktoren: „Mit dem Jahresschluss enden viele Arbeitsverträge, das wichtige Weihnachtsgeschäft ist ausgeklungen und in vielen Außenberufen wie im Bau oder im Gartenbau besteht wetter- und saisonbedingt eine geringere Nachfrage nach Arbeitskräften“, sagte Kayser. Blickt man aber auf den Jahresvergleich, ist die Lage laut Kayser vergleichsweise gut: So waren im Januar 2017 fast 170 Menschen mehr arbeitslos als jetzt. Eine Einschätzung, die von Regina Krumpe, Teamleiterin Arbeitgeberservice, gestützt wurde: 650 Stellen sind derzeit in der Stadt offen. 45 mehr als vor einem Jahr. „Besonders in der Logistik, bei Speditionen oder in Pflegeberufen gibt es mehr Stellen als im Vorjahr. Hier wird weiter nach Kräften gesucht werden“, sagte Krumpe voraus.

Mehr Unterbeschäftigte zum Jahreswechsel

Die allgemeine Zunahme trifft auch die Unterbeschäftigung, die all jene umfasst, die zwar arbeitslos sind, aber aufgrund von Weiterbildungen nicht als arbeitslos gelten: Hier verzeichnet die Agentur zum Dezember ein Plus von 164 Menschen, insgesamt sind derzeit 5888 Männer und Frauen unterbeschäftigt. Diesen Anstieg begründete Kayser mit auslaufenden Weiterbildungen zum Jahresende. Bei den Geflüchteten stieg die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Dezember auf 410 (+38), bei den arbeitssuchenden Geflüchteten, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Integrationskurse oder Qualifizierungen besuchen, sank die Zahl hingegen auf 661 (-50), vornehmlich ebenfalls durch endende Maßnahmen.

Ungelernte sollen besser qualifiziert werden

Mit Blick auf das weitere Jahr 2018 kündigte Kayser an, mehr Mühe in die Qualifizierung oder Umschulung von Ungelernten stecken zu wollen – beispielsweise durch umschulbegleitende Hilfen. Von allen Ungelernten waren im Jahresdurchschnitt 2017 33 Prozent arbeitslos. Bei ausgebildeten Kräften hingegen betrug die Arbeitslosenquote hingegen weniger als 5 Prozent. Die Agentur ist optimistisch, was die Qualifizierungen angeht: Besonders gute Chancen sieht Krumpe für Ungelernte vor dem Hintergrund der vergleichsweise gut laufenden Konjunktur sowie des Fachkräftemangels beispielsweise im Handwerk.