Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Attacke auf Rettungssanitäter Retter in Delmenhorst wird im Einsatz selbst Opfer

Von Thomas Breuer | 02.09.2016, 17:00 Uhr

Wenn aus Helfern Opfer werden, muss dies Konsequenzen zur Folge haben. Diese Forderung erhebt der Berufsverband Feuerwehr in Delmenhorst, nachdem in der vergangenen Woche ein Rettungssanitäter während eines Einsatzes in Delmenhorst attackiert worden war und Prellungen am Oberkörper erlitten hatte.

Der Mann hat inzwischen Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt, doch damit ist der Fall für den örtlichen Berufsverband nicht erledigt. Der Vorstand fordert in einer Pressemitteilung „aufgrund des neuerlichen Vorfalls“ unter anderem, Schulungen in deeskalierender Kommunikation in den Lehrplan der Grundausbildungslehrgänge aufzunehmen. Zudem sei es erforderlich, Rettungsdienstmitarbeiter auch in einfacher Selbstverteidigung zu unterweisen.

Ausbildungsinhalte sollen ergänzt werden

Im konkreten Fall waren Rettungssanitäter der Berufsfeuerwehr zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen worden. Ein mutmaßlich psychisch angeschlagener Patient, der schon Familienangehörige angegangen hatte, wurde auch gegenüber einem der Helfer handgreiflich. Die Retter alarmierten daraufhin die Polizei und einen Notarzt.

Laut Mariella Cannella aus dem Vorstand des örtlichen Berufsverbandes Feuerwehr sind derartige Vorkommnisse zwar nicht an der Tagesordnung, aber auch kein Einzelfall. Die Zustände in Delmenhorst seien nicht mit denen etwa in Hamburg vergleichbar, dennoch sagt Cannella: „Wir haben das Gefühl, dass es mehr wird. Die Respektlosigkeiten nehmen auf jeden Fall zu.“

Für Retter im Einsatz eine schwierige Situation

Für die Retter sei die geschilderte Situation nicht einfach. Ein Patient dürfe auch in solch einem Fall nicht sich selbst überlassen werden.

„Die Polizei ist im Gegensatz zu uns geschult“, sagt Cannella. Um die Fälle der Attacken auf Retter statistisch erfassen zu können, regt der Berufsverband an, das Rettungsdienstprotokoll um ein Protokoll für die Erfassung derartiger Vorkommnisse zu ergänzen.

„Die Stadt muss hier tätig werden, um ihre Helfer zu schützen“, heißt es im Schreiben des Verbandes.