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„Auch extreme Meinungen respektieren“ Islam-Workshop an der BBS II will Schüler aufklären

Von Frederik Grabbe | 10.10.2015, 09:19 Uhr

Tragen muslimische Frauen Kopftücher, weil sie dazu gezwungen werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich Schüler der BBS II mit dem Islam.

Ihr Wissen über den Islam mehren und so mehr Offenheit und Verständnis für andere entgegenbringen: Dies ist das Ziel von Schülern aus zwölf Klassen der BBS II. Der Workshop, der über die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe der Stadt gestartet wurde, hat vor allem ein Ziel: Aufklärung.

„Viele meinen, Musliminnen werden zum Tragen von Kopftüchern gezwungen. Dabei tragen viele das Kopftuch aus freiem Willen, als ein religiöses Bekenntnis“, sagte Sarah (21), Schülerin und angehende Erzieherin an der BBS II. Sie war eine von 18 Schülerinnen, die sich im Workshop mit dem Islam beschäftigten.

Unterschiede untereinander sind gar nicht so groß

Als Dozenten fungierten die Bremer Studenten Ahmed Al-Rashed und Swantje van Geuns, die über den Verein für politische Bildung UFUQ geschult wurden. „In Delmenhorst gibt viele Volksgruppen. Wir wollen vermitteln, dass die Unterschiede untereinander gar nicht so groß sind“, so Al-Rashed. In dem Workshop solle jeder ohne Angst seine Gedanken äußern dürfen – selbst, wenn diese extrem sein sollten.

Isolation führt zu Extremismus

„Man muss auch radikale Meinungen – erst einmal – respektieren und mit ihnen weiterarbeiten. Tun wir das nicht, isolieren die, die sie vertreten, und erreichen sie am Ende nicht mehr. So entsteht Extremismus.“ Schulleiter Ulrich Droste fügte hinzu: „Mit dem Projekt möchten wir Verständnis der Schüler füreinander fördern. Wir dürfen den Stammtischen nicht das Feld überlassen.“ Das Projekt wird mit 8000 Euro über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert. 500 Schüler der Stadt, die der Hauptschule West, der IGS, dem Gymnasium an der Willmsstraße und die zweier Jugendhäuser, nehmen in den kommenden Wochen am Kurs teil.