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Auch in Notfällen abgewiesen Reaktionen: dk-Leser verärgert über Augenärzte

Von Thomas Deeken | 07.01.2015, 20:00 Uhr

Das Thema Augenärzte in Delmenhorst hat auf der dk-Facebook-Seite hohe Wellen geschlagen. Die meisten Nutzer ärgerten sich darüber, dass sie auch in Notfällen abgewiesen wurden und beispielsweise nach Wildeshausen, Syke oder zum Krankenhaus in Bremen fahren sollten. Andere dagegen gaben Tipps und verwiesen auf gute Erfahrungen in Brake, Rastede, Bremen und Oldenburg.

Kritikpunkte waren außerdem ein rüder Umgangston in einigen Praxen und am Telefon. Beklagt wurde darüber hinaus die auffällig ungleiche Behandlung von Privat- und Kassenpatienten.

Neben den Facebook-Nutzern reagierten auch andere dk-Leser: Einer beschwerte sich unter anderem darüber, dass er in einer Praxis sogar als langjähriger Patient auch im Notfall (Fremdkörper im Auge) nicht behandelt wurde. Andere waren verärgert über stundenlange Wartezeiten trotz fester Terminabsprache und über „einen unverschämten Umgangston“.

Kassenärztliche Vereinigung als Beschwerdestelle

Die richtige Anlaufstelle für Beschwerden ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Oldenburg – und zwar in schriftlicher Form per E-Mail an kvn.oldenburg@kvn.de, Betreff Beschwerde, oder per Post an KVN, Bezirksstelle Oldenburg, Huntestraße 14, 26135 Oldenburg, hieß es gestern auf dk-Nachfrage.

Die Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag (SPD) und Astrid Grotelüschen (CDU) betonten, dass das Notfall-Management schon funktionieren müsse. Das müssten die Ärzte regeln, im Akutfall sofort. Beide wehrten sich dagegen, dass nur die Politik entscheiden müsse, wenn es um den Bedarfsplan für Fachärzte geht. Da müsse sich auch die KV mehr beteiligen, sagte Mittag. Grotelüschen ergänzte, im Bundesausschuss gebe es die Möglichkeit, gemeinsam mit KV, Krankenkassen und Ärzten den Bedarfsplan zu überprüfen und auch für die Region neu zu regeln.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete wies darauf hin, dass der Bundesminister für Gesundheit im vergangenen Jahr bereits den Vorschlag gemacht habe, Patienten mit Augenproblemen auch in Krankenhäusern behandeln zu lassen. Das sei allerdings von der KV abgelehnt worden. Im gesamten Gesundheitsbereich gebe es Handlungsbedarf, und es werde derzeit auch gehandelt. Allerdings müssten auch Ideen von der KV kommen, um den Terminproblemen bei Fachärzten zu begegnen.