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Auf der Baustelle im Wollepark Vier Bagger sollen fünf Blöcke in Delmenhorst abreißen

Von Thomas Breuer | 27.06.2017, 19:03 Uhr

Die Abrissbirne war einmal: Mit viel Handarbeit werden diverse Materialien gesondert entsorgt. Allein 1500 große Säcke müssen auf die Deponie nach Hittfeld.

Steinberg heißt der Mann, als wäre er für seine Tätigkeit in einem Abrissunternehmen geboren. Lüder Steinberg. Als Bauleiter der bundesweit tätigen Firma Bodo Freimuth trägt er seit Ende April die Verantwortung für den Abriss von fünf Wohnblöcken und einer Parkgarage im Wohnquartier Wollepark.

Von der Parkgarage ist nur noch die Bodenplatte da

Die Garage ist bis auf die Bodenplatte längst Geschichte, den Hochhäusern geht es voraussichtlich Anfang kommender Woche massiv an den Kragen. Wenn dann das Lärmschutzgutachten von der Stadt in der vorliegenden Form genehmigt ist. „Jede Stunde Stillstand mit dem großen Bagger würde uns 300 Euro kosten“, sagt Steinberg.

Der große Bagger, eine von vier schweren Maschinen auf der Baustelle, bringt es auf satte 130 Tonnen und kann seinen Gelenkarm bis zu 44 Meter ausstrecken. Vor seiner Reise nach Delmenhorst hat er in Bochum das alte Opel-Werk dem Erdboden gleichgemacht.

Vier der Blöcke sind schon entkernt

Nun also die Siebziger-Jahre-Bauten im Wollepark. Mit Block Nummer 5 an der Straße „Am Wollepark“ soll es losgehen, sagt Polier Mike Langer. Die Arbeiten beginnen, von der Stedinger Straße gesehen, also links. Drei der Blöcke sind abrissbereit, das heißt vollständig entkernt. Die ursprüngliche Plattenbauweise ist erkennbar. „Damit kennen wir uns aus“, sagt Langer, der aus dem Osten Deutschlands stammt und beim Rückbau von Plattenbauten schon einige Erfahrungen gesammelt hat.

Früher, da wollte er nie von zuhause weg. Jetzt lebt er ein Dasein auf Montage, sein Wohnwagen steht in Bremen-Hemelingen, von wo er noch eine weitere Baustelle betreut. Langer macht keinen Hehl daraus: Den Wohnwagen im Wollepark aufzustellen, da hätte er kein gutes Gefühl gehabt.

Der Blick fällt auch über die Straße

Hat er mitunter auch so nicht, wenn er entlang der Straße „Am Wollepark“ auf die von fließend Wasser abgehängten Gebäude mit den Hausnummern 11 und 12 blickt. „Das sind doch arme Schweine“, ist er sich mit Bauleiter Steinberg beim Gespräch im Bauwagen einig. Es gehe sie ja gar nichts an, aber warum das dort so läuft, wie es läuft, können sie nicht verstehen.

Mehr als 10.000 Quadratmeter Fußboden mit Asbest

Ihre beruflichen Aufgaben sind andere. Mehr als 10.000 Quadratmeter mit asbesthaltigem Kleber befestigter Fußbodenbelag müssen, verpackt in rund 1500 große Säcke, zur Deponie ins südlich von Hamburg gelegene Hittfeld gefahren werden. Das Holz von Türen und Fenstern sowie Dachpappe kommt zur Entsorgung zu einem Unternehmen in Brinkum. Was an Beton zerkleinert wird, voraussichtlich insgesamt 20.000 Tonnen Material, wird nach Syke und Lemwerder transportiert. Dort soll es im Straßenbau neue Verwendung finden. Mit vier Lastwagen-Fuhren pro Stunde, werktags von 7 bis 17 Uhr, ist in Kürze zu rechnen.

Ende September soll alles fertig sein

Anfang September, mutmaßt Steinberg, sollte der Abriss abgeschlossen sein. Bis Ende September könnte die Fläche dann sauber sein. Wenn ihm und seinem Betrieb keine Steine in den Weg gelegt werden.