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Auf der Suche nach Investoren Gehälter der DLW-Mitarbeiter für drei Monate gesichert

16.12.2014, 17:12 Uhr

Beim von Insolvenz bedrohten Linoleumhersteller DLW sind die Gehälter der Beschäftigten für die kommenden Monate gesichert. Das teilten Gewerkschaftssekretär Alexander Oyen von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Betriebsratsvorsitzende Frank Hejna am Montag mit.

„Ziel der Belegschaft und der Gewerkschaft ist es, die Produktion in den kommenden Monaten aufrechtzuerhalten“, sagte Oyen. „Jetzt müssen der Insolvenzverwalter und die Geschäftsleitung ihre Hausaufgaben machen und finanzkräftige Investoren finden“, ergänzte er. Die Mitarbeiter seien qualifiziert und bereit, sich einzubringen, so der Gewerkschaftssekretär. Die Weihnachtspause finde wie geplant statt.

Oberbürgermeister Axel Jahnz hat indes in einem weiteren Gespräch mit Werkleiter Olaf Meik die Lage erörtert. „Natürlich war die Nachricht zunächst ein Schlag ins Kontor, aber die Mitarbeiter haben den Mut weiterzumachen; jetzt ist ein gutes Krisenmanagement wichtig“, so Jahnz. Als zukunftsweisendes Zeichen, das den Optimismus bestärke, wertete der Oberbürgermeister die Teilnahme der DLW im Januar an der Baumesse in München, wo das Unternehmen auch neue Produkte präsentiere.

Unterdessen hat Dr. Bernd F. Pelz, bis Ende 2000 Vorstandvorsitzender der DLW AG, schwere Vorwürfe gegen die Armstrong-Führung erhoben. Nicht die Mitarbeiter des Unternehmens hätten den Niedergang der DLW AG verursacht, sondern das „arrogante und ignorante“ Verhalten des Armstrong-Managements, erklärte Pelz gegenüber dem dk.

Als Armstrong 1998 die DLW AG übernahm, habe das Unternehmen einen profitablen Bodenbelagsumsatz in Höhe von gut einer Milliarde Mark (757 Millionen US-Dollar) gemacht, wovon der Textile Bereich 469, Sportbeläge 133, Parkett 38, Linoleum 232, Kunststoffbeläge 118 und CV-Beläge 52 Millionen Mark beitrugen. Heute seien es nur noch 160 Millionen Euro (etwa 125 Millionen US-Dollar) mit einem substanziellen Verlust. Das heißt laut Pelz, dass Armstrong durch das „Ignorieren der Erfolgskriterien der DLW als Komplettanbieter von Bodenbelägen“ (1998 war DLW die Nummer eins in Deutschland und Nummer drei in Europa) dieses Unternehmen auf weniger als 20 Prozent des damaligen Umsatzes „restrukturiert“ hat. Amerikahörige Management-Neulinge hätten sich offenkundig an die Zusicherungen bei der DLW-Übernahme nicht mehr erinnert.