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Aufbereitung von Abwasser Fleecepullover fordern Kläranlage in Delmenhorst heraus

Von Thomas Breuer | 14.06.2017, 20:35 Uhr

Rund sieben Millionen Kubikmeter Wasser werden jährlich in der Kläranlage am Donneresch im Stadtnorden von Delmenhorst aufbereitet.

Die Herausforderungen wachsen, wie Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen am Mittwochnachmittag während eines Informationsbesuchs der CDU-Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen darstellte.

„Die vierte Klärstufe wird kommen“

„Die vierte Klärstufe wird kommen“, sagte er. Soll heißen: Irgendwann muss die Technik her, um Arzneimittelrückstände und kleinste Kunststoffpartikel aus dem Abwasser herausholen zu können. Mikropartikel, wie sie mittlerweile für Zahnpasten verwendet werden oder sich beim Waschen von Fleecepullovern lösen.

Gesetzliche Grundlagen fehlen

„Es gibt schon heute Anlagen, die 99 Prozent dieser Partikel aus dem Wasser holen können“, sagte Salmen. Dass sie noch nicht eingebaut werden, liege an fehlenden gesetzlichen Grundlagen. Er könnte sie also jetzt schon bekommen, dürfte die Kosten dafür dann aber nicht über die Abwassergebühren geltend machen.

„Wir plädieren dafür, dass die gesetzliche Regelung so schnell wie möglich kommt“, sind sich Salmen und Jens Kramer, Bereichsleiter der Stadtwerke für Entwässerung, einig.

Investition von zehn Millionen Euro

Investiert wird aber auch so in die Anlage. Seit dem vergangenen Jahr und noch bis 2019 sollen rund zehn Millionen Euro in die Modernisierung fließen. So werden die Belebungsbecken komplett umgebaut. Die energieintensiven Förderrotoren etwa weichen einer Druckbelüftung. „Wir werden massiv Energie einsparen“, prophezeit Kramer.