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Aufführung mit 60 Künstlern Verdis Nabucco: Delmenhorster Burginsel wird zu Babylon

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 05.04.2017, 16:52 Uhr

Der biblische König Nabucco, auch bekannt als Nebukadnezar II., herrscht im Sommer auf der Burginsel in Am 18. August wird dort Giuseppe Verdis Oper Nabucco aufgeführt.

„Nabucco ist ein Meisterwerk“, verspricht Pauli Munk, der das Werk in der Delmenhorster Graft veranstaltet. Ein Ensemble aus 60 Künstlern wird das Werk auf die Bühne bringen und die Geschichte der Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König, nach dem die Oper benannt ist, darbieten. Im Hintergrund unterstützt ein Team aus 40 Helfern die Aufführung.

„Es ist ein Erlebnis von Anfang bis Ende“, meint Munk, der zum zweiten Mal nach zehn Jahren mit einem Wanderensemble auf der Burginsel gastiert. 200 Karten seien bereits verkauft worden, weil sich Menschen aus Delmenhorst an die Nabucco-Aufführung vor zehn Jahren erinnert hätten. „Es kam gut an“, blickt Munk zurück.

Gefangenenchor als Highlight

1300 Zuschauer können in diesem Jahr auf der Burginsel Platz finden. Es werden so viele Stühle aufgestellt, wie Karten verkauft werden. Mit einem Aufgebot aus klangstarken Solisten sei der Auftritt des Gefangenenchors, der Moment, der den Besuchern am längsten in Erinnerung bleiben würde. „Die Leute stehen alle auf, haken sich ein, schunkeln im Rhythmus und singen mit dem Gefangenenchor“, kündigt Pauli Munk an, „wenn das vorbei ist, gehen die Leute gar nicht mehr nach Hause.“

Man müsse Nabucco und den weltberühmten Gefangenenchor wenigstens einmal unter freiem Himmel erlebt haben. 800 Mal hat Pauli das Stück schon auf die Bühne gebracht. „Wir haben mit der Burginsel ein hervorragendes Ensemble, ein Kernpunkt der Delmenhorster Geschichte“, sagt Oberbürgermeister Axel Jahnz, der die Schirmherrschaft für die Aufführung innehat. „Das verbindet sich hervorragend.“

„Ein wunderschöner Effekt, wenn die Sonne untergeht“

In nur wenigen Stunden wird die Delmenhorster Burginsel am 18. August in das biblische Babylon verwandelt. Jeden Tag tourt das Ensemble an einem anderen Ort in Deutschland. Wie ein Wanderzirkus reist das Team am Morgen mit großen Trucks auf der Burginsel an und baut bis zum Nachmittag die Bühne auf. Wie an jedem Abend spielen die Künstler die Oper wenige Stunden vor der Aufführung bei einer Generalprobe, um sich den jeweiligen Open-Air-Bedingungen anzupassen. „Sänger, Orchester, Regie und Technik müssen sich bei jeder Spielstätte neu auf die atmosphärischen und akustischen Gegebenheiten einstellen“, erklärt der Veranstalter.

Darsteller, Musiker und Zuschauer hoffen dabei auf gutes Wetter: Das Sonnenlicht soll die Wirkung der Inszenierung beeinflussen. „Das ist ein wunderschöner Effekt, wenn die Sonne untergeht“, erzählt Munk.