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Aufgabe für Helfer wächst weiter 200 weitere Flüchtlinge nach Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 14.10.2015, 19:41 Uhr

Während sich die ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge in der Stadt weiter formiert, sind neue Zuwanderer schon auf dem Weg. 100 von ihnen kommen bereits am Samstag.

Die Stadt Delmenhorst muss in den kommenden Tagen außerplanmäßig weitere 200 Flüchtlinge aufnehmen. Das ist Oberbürgermeister Axel Jahnz am Mittwochnachmittag vom Niedersächsischen Innenministerium mitgeteilt worden, da die Kapazitäten in den Erstaufnahmelagern offenbar erschöpft sind. Die ersten 100 Personen sollen bereits am Samstag angekommen, das zweite Kontingent eine Woche später. Zuletzt war die Zahl der bereits aufgenommenen Menschen mit 600 beziffert worden.

Mehr als 300 Menschen bieten Hilfe an

Die Zuwanderer müssen laut Jahnz zusätzlich zu den ohnehin avisierten Flüchtlingen und Asylbewerbern untergebracht werden. Von einer Krise vor Ort wollte der Rathauschef dennoch nicht sprechen. Er sieht Delmenhorst vor einer neuen Aufgabe, der man sich zu stellen habe.

Das sagte er öffentlich zu Beginn der Informations- und Koordinationsveranstaltung „Willkommen in Delmenhorst“ in der Markthalle. Dort hatten sich ab dem späten Mittwochnachmittag mehr als 300 Menschen eingefunden, um Projekte für Flüchtlinge vorzustellen beziehungsweise sich ehrenamtlich zur Unterstützung von Projekten anzubieten.

Es kommt viel in Bewegung

Mehr als ein Dutzend Institutionen und Vereine stellten dort eine Vielzahl bestehender Möglichkeiten oder geplanter Aktivitäten vor. Viele von ihnen machten deutlich, dass diese ohne zusätzliche ehrenamtliche Unterstützung aber kaum zu realisieren seien. So sucht etwa das Deutsche Rote Kreuz derzeit nicht nur nach einer Räumlichkeit für eine zweite Kleiderkammer, sondern auch nach Mitstreitern zum Aufbau eines zweiten Kleiderkammer-Teams.

Petra Gerlach: „Wir brauchen Sie!“

Zu denen, die in die Markthalle gekommen waren, sprach auch Petra Gerlach, wesentlich zuständige Fachbereichsleiterin für die Flüchtlingsunterbringung bei der Stadt. Sie sagte: „Wir brauchen Sie!“

Harsche Kritik der CDU an Landesregierung

Unterdessen brachte die CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz eine Pressemitteilung auf den Weg, in der sie von einer Bankrotterklärung der Landesregierung spricht. Nach ihren Worten „verweigern SPD und Grüne die Verantwortung in der Flüchtlingsfrage und leiten jetzt einen Teil an die Kommunen weiter“. Statt dessen sollte etwa die „konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber“ vorangetrieben werden.

Der Landkreis Oldenburg muss kurzfristig 300 weitere Flüchtlinge aufnehmen.