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Auftritt im Grünen-Wahlkampf Landwirtschaftsminister Meyer spricht in Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler | 25.08.2016, 00:37 Uhr

Ein Umdenken wünscht sich der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) von den Verbrauchern und den landwirtschaftlichen Betrieben. Dies erläuterte er am Mittwoch bei einem Auftritt in

Das Umdenken ist schon im vollen Gang, wie er berichtete. Auf Einladung des Delmenhorster Kreisverbandes der Grünen referierte er über die „Sanfte Agrarwende“. Auf großes Interesse stießen er und seine Gastgeber dabei allerdings nicht: Bei nur knapp 25 Besuchern blieb ein Großteil der Plätze unbesetzt.

„Buder-Aufschlag“ gegen Kükenschreddern

Durch Anreize sollen landwirtschaftliche Betriebe dazu gebracht werden, umwelt- und verbraucherfreundlicher zu werden, erläuterte Meyer an vielen Themengebieten. Ein Beispiel war das Kükenschreddern, das erst kürzlich öffentlich diskutiert wurde. „Ich will das Verfahren in Niedersachsen noch dieses Jahr beenden“, sagte Meyer deutlich. „Ich gehe auch die Klagen ein.“ Er rechnete vor, dass ein Ei drei bis vier Cent mehr kosten würde, wenn die männlichen Küken am Leben gelassen werden. Dieser „Bruder-Aufschlag“ wird teilweise jetzt schon erhoben und gleicht die höheren Kosten des Aufzugs männlicher Küken wieder aus. Dies betrifft, so Meyer, allein in Niedersachsen 36 Millionen Tiere im Jahr.

Niedersächsische Milch soll Marke werden

Ein weiterer Schwerpunkt ist für ihn die Reform des Milchmarktes gewesen: Er setzt sich für eine Vermarktung der niedersächsischen Milch als Weidemilch ein, die den Bauern fünf Cent mehr pro Liter bringt. „Der Wert der Lebensmittel muss wieder steigen“, sagte Meyer.

Stärkere Kennzeichnungspflicht kann auch Anreiz sein

Er setzt sich für eine stärkere Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln ein: Er wünscht sich, dass auf Zutatenlisten bei Lebensmitteln auch die Art der Eier gekennzeichnet wird. Eine ähnliche Kategorisierung wie bei Eiern stellt er sich bei Fleisch vor, um so auch bessere Haltungsqualität auch in konventionellen Betrieben zu honorieren und nicht nur zwischen Bio-Fleisch und konventionell erzeugtem zu unterscheiden.