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Auftritt im Kleinen Haus Mentalist Jan Becker versetzt Delmenhorster in Trance

Von Jasmin Johannsen | 26.09.2017, 13:19 Uhr

Meditative Reise ins Innere: Am Montagabend gastierte Jan Becker mit seinem Programm „Wünsch dir was“ im Kleinen Haus und verblüffte das Publikum mit faszinierenden Kenntnissen rund um die menschliche Psyche.

„Wer bin ich?“ „Wieso habe ich Ängste?“ „Wohin führt mein Leben?“ – Nichts Geringeres als diese existenzielle menschlichen Fragen versuchte Jan Becker am Montagabend im Kleinen Haus zu beantworten, und das für jeden Besucher einzeln. Der Mentalist und Hypnotiseur, bekannt aus diversen Fernsehformaten, war nach Delmenhorst gekommen und stellte vor ausverkauften Reihen sein „Wünsch dir was“-Programm vor.

Das Besondere: Um sich intensiv auf die mentalen Übungen einlassen zu können, bekam jeder Besucher eigens einen Kopfhörer, durch den Beckers Stimme ertönte. „So kann sich euer Unterbewusstsein ganz weit öffnen“, erklärte der Hypnotiseur eingangs. Meditationssequenzen, die das Publikum unter anderem bei Entscheidungsprozessen und bei der Umsetzung von Zielen unterstützen sollten, wechselten immer wieder mit Beckers Anekdoten und psychologischen Erklärungen rund um die menschliche Intuition. „Unsere innere Stimme ist weise und findet für uns den perfekten Weg, wir müssen nur lernen auf sie zu hören“, zeigte Becker sich überzeugt.

Unterbewusstsein mit Entscheidungsgewalt

Dass das Unterbewusstsein immer wieder die Entscheidungsgewalt übernehme, und zwar bevor das Gehirn die Optionen überhaupt reflektiert habe, machte der Mentalist durch einfache Übungen deutlich. Dazu wählte Becker Besucher aus, die dann auf der Bühne als Testpersonen fungierten. „Das Unterbewusstsein anderer Menschen kann auch ganz leicht gelenkt werden“, behauptete der Hypnotiseur und lieferte den Beweis, indem er die Entscheidungen einer Besucherin treffsicher hervorsagte. Dabei handele es sich nicht um Hexenwerk und auch nicht um Tricks: Becker kenne sich einfach mit den psychologischen Prozessen aus und könne so das menschliche Verhalten prophezeien.

Handys stören Empfang

Weniger faszinierend waren dann die Lösungsvorschläge, die Becker zum Ende des Programms für sein Publikum parat hatte. Nachdem jeder Besucher auf einer Karte einen Wunsch festhalten konnte, versuchte der Mentalist durch Tarotkarten Hilfestellungen zu geben. Einziges Manko: Auf Fragen wie „Wann gründe ich eine eigene Familie?“ oder „Wie kann ich mein Selbstbewusstsein stärken?“ hielt Becker nur sehr vage Antworten bereit. Auch das technische Equipment verärgerte so manchen Besucher. Durch die zahlreichen Handys im Saal empfingen die Funkkopfhörer immer wieder Störgeräusche. Das eigentlich interessante Konzept des Programms verfehlte damit sein Ziel. Für einen mitunter fesselnden Abend bedankte sich das Publikum trotzdem mit einem tosenden Schlussapplaus.