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Auftritt in der Divarena „Rampensau“ Ingo Appelt begeistert in Delmenhorst

Von Dirk Hamm | 20.12.2015, 18:13 Uhr

Vom Saulus zum Paulus? Von wegen: Mit Themen von unterhalb der Gürtellinie hat Comedy-Star Ingo Appelt zweieinhalb Stunden lang die Divarena in Delmenhorst gerockt.

„Ihr müsst keine Angst haben, ich habe mich gewandelt“, versichert Ingo Appelt. Die Sache mit dem F-Wort, das gehöre längst der Vergangenheit an. 185 Zuschauer in der seit Langem ausverkauften Divarena in Deichhorst mochten es am Freitagabend nicht recht glauben, und sie wurden bestätigt: Gefühlte 37-Mal benutzte der Meister der bösen Zunge das einst auf Deutschlands Bühnen verpönte Wort.

Nichts für Zartbesaitete

Schon die Begrüßung des Publikums ließ erahnen, dass da der Ingo Appelt auftrat, den Zartbesaitete besser meiden sollten: „Schönen guten Abend am A.... der Welt in Delmenhorst.“ Die Gäste wussten, mit wem sie es zu tun haben, und nahmen es nicht krumm. Im Gegenteil: Von der ersten Minute an fielen die meist schon seit vielen Jahren bekannten Pointen, Provokationen und Parodien des Komikers aus dem Ruhrpott auf fruchtbaren Boden, das Publikum verfiel zusehends in einen Dauerlachkrampf.

Delikate Themenliste

Die Themen, die die ohne Punkt und Komma frotzelnde Comedy-Rampensau während der Netto-Spielzeit von beachtlichen zweieinhalb Stunden immer wieder, nun ja, sagen wir, beleuchtete, waren zum großen Teil unterhalb der Gürtellinie angesiedelt: Sex, Masturbation, körperliche Ausscheidungen, Intimrasur, Darmwinde – die delikate Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und natürlich stand im Mittelpunkt immer wieder Ingo Appelts Sichtweise auf die komplizierte Beziehung zwischen den Geschlechtern: „Wozu brauchen Frauen einen Mann? Weil Vibratoren nicht Rasenmähen können.“

Auch als Teilzeit-Parodist unterwegs

Zu den Standards bei den Auftritten des 48-Jährigen gehört die Imitation von Prominenten unterschiedlichster Couleur. Der Teilzeit-Parodist hat Udo Lindenberg ebenso wie Angela Merkel, Norbert Blüm ebenso wie Til Schweiger passabel „drauf“. Das Besondere an Appelts Parodien ist aber nicht, wie genau er den Promi kopiert, sondern was er ihn sagen und anstellen lässt. Und man ahnt es bereits, auch hier bleibt er seinen bevorzugten Themen treu. So genüsslich wie plastisch schilderte Appelt einen Liebesakt zwischen dem ewig nuschelnden Tatort-Kommissar und der Bundeskanzlerin – der Saal tobte, aber die verstörenden Bilder werden die Zuschauer wohl nur schwer wieder los. Nicht fehlen durfte natürlich Ingo Appelts herrlich treffende Grönemeyer-Parodie. Ganz nebenbei wurde dabei auch das Geheimnis von dessen gepresster Singweise gelüftet. Nur so viel sei verraten: Auch hier lautet das Stichwort Stuhlgang.