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Ausbildungsbörse der Agentur für Arbeit Delmenhorster Ausbildungsmarkt: „Verloren ist nichts“

Von Frederik Grabbe | 07.06.2016, 17:08 Uhr

Das neue Ausbildungsjahr steht vor der Tür. 162 freie Ausbildungsstellen gibt es in der Stadt, 379 junge Menschen suchen noch nach einer freien Stelle. Rund 30 von ihnen waren am Dienstag bei der Ausbildungsbörse in der Agentur für Arbeit vorstellig geworden, um möglichst noch vor dem Sommer eine Ausbildung zu ergattern.

Eine von ihnen war Lina Rauer. Die 20-Jährige sucht zwei Jahren in einem vermeintlich günstigen Feld: Sie möchte Tischlerin werden. „Als Frau habe ich aber in dem Feld nicht die besten Karten“, sagt sie. Auch müssten in den Betrieben oft erst sanitäre Anlagen umgebaut werden, weil diese in der Regel nicht für Frauen ausgelegt seien. Ein Hemmnis, das die Chefs von der Einstellung abhalte, sagt Rauer. Bis es mit einer Einstellung klappt, besucht sie die einjährige Berufsfachschule Holztechnik an der BBS II – der steuert mit der Ausbildung zur Sattlerin eine Alternative an.

Doppelstrategie hat sich durchgesetzt

Diese doppelgleisige Strategie werde von vielen jungen Leuten verfolgt, die eine Ausbildung suchen, sagt Berufsberaterin Merle Battenberg. „Einen Plan B gibt es immer. Klappt es mit der Wunschausbildung, wird die weiterführende Schule dann gerne fallengelassen.“ Über die Ausbildungsbörse, die im Grunde eine offene Beratung ist, sei in den Schulen und bei verschiedenen Bildungsträgern informiert worden. „Aus den Suchläufen wird für uns ersichtlich, dass die meisten nach Ausbildungen in Berufen wie Bürokaufmann oder Kfz-Mechaniker suchen. Berufe mit Tieren sind auch immer sehr beliebt.“ Beliebt seien auch Modeberufe wie der Sport- und Fitnesskaufmann. Klar, dass diese auch härter umkämpft seien. (Weiterlesen: Arbeitgeber haben Bedarf an Auszubildenden)

Ein neuer Blick kann eher ans Ziel führen

„Es eröffnen sich aber neue Chancen, wenn man ein wenig links und rechts vom Wunschberuf sucht“, ergänzt Battenbergs Kollegin Jacoba van der Harst. Klappt es mit der Ausbildung zum Bürokaufmann nicht, könnte die zum Großhandelskaufmann eine Alternative sein. Die Stellen seien weniger umkämpft, „und mitunter vermitteln sie zusätzliche Kompetenzen, die später einen Vorteil bieten“, so van der Harst. Sie rät Ausbildungswilligen auch, Praktika zu absolvieren, weil gute Leistungen im Betrieb auch eine schlechte Note aufwiegen könnten. Findet sich ein geeigneter Bewerber, stellten Betriebe sogar noch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn ein. Van der Harst macht darum Mut: „Auch wenn das Ausbildungsjahr bald anfängt: Verloren ist noch nichts.“