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Ausfälle durch hohen Krankenstand Zahlreiche Züge der Nordwestbahn fahren nicht

Von Thomas Breuer | 18.08.2016, 13:13 Uhr

Zugausfälle auf den vier Strecken im S-Bahnnetz der Nordwestbahn führen seit dem vergangenen Sonntag zu Verärgerungen bei der Kundschaft. Allein von Sonntag bis Dienstag sind mehr als 30 Verbindungen ausgefallen, wie das Unternehmen auf Nachfrage eingeräumt hat.

„Wir stoßen an unsere Grenzen“

Das Unternehmen begründet die missliche Situation mit einem ungewöhnlich hohen Krankenstand unter den rund 100 Triebfahrzeugführern. Gegenwärtig seien alle personellen Möglichkeiten ausgeschöpft, es seien auch alle Frauen und Männer an Bord, die in sogenannten Dispo-Schichten als Springer eingesetzt werden. „Wir stoßen dennoch an unsere Grenzen“, sagte Unternehmenssprecherin Stephanie Nölke.

Am Donnerstag Strecke Bremen - Vegesack betroffen

Am Donnerstag, 18. August, ist nach bisherigen Informationen das Teilstück zwischen Bremen und Vegesack auf der Regio-S-Bahn-Linie 1 betroffen, nachdem es am Mittwoch im gesamten Streckennetz laut Sprecherin keine Ausfälle gegeben hat. Auf der genannten Strecke mit relativ dichter Taktung fahren nach ihren Worten einzelne Züge nicht. Mit etwas Zeitverzögerung sei es dennoch möglich, an das gewünschte Ziel zu kommen.

Generell werde versucht, nur dort Züge ausfallen zu lassen, wo es Alternativen gibt. So etwa durch IC-Züge der Deutschen Bahn oder den Busverkehr.

Weitere Ausfälle bis Sonntag, 21. August, absehbar

Nölke wandte sich gegen Vorwürfe, die Nordwestbahn halte möglicherweise zu wenig Personal vor. Ein gewisser Krankenstand sei bei der Personalplanung grundsätzlich eingerechnet, in der gegenwärtigen Situation aber nicht aufzufangen. Absehbar sei, dass es von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. August, zu weiteren Einschränkungen kommen werde. Wie viele Triebfahrzeugführer erkrankt sind, wollte die Sprecherin nicht sagen. Fahrgäste sollten sich vorab informieren, ob ihre Verbindung gesichert ist. Die Angaben auf www.nordwestbahn.de werden demnach kontinuierlich aktualisiert.

Kontaktdaten für Regressansprüche

Kunden, die aufgrund von Zugausfällen Regressansprüche an das Unternehmen richten wollen, können ihren Sachverhalt per E-Mail an die Adresse dialog@nordwestbahn.de schildern. Alternativ ist ein Anruf unter (01806) 600161 möglich (pro Verbindung 20 Cent aus dem Festnetz bzw. 60 Cent über Mobilfunk). Laut Sprecherin sei jedes Anliegen von der Nordwestbahn entsprechend den gesetzlich verbrieften Fahrgastrechten „im Einzelfall zu prüfen“.