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Ausrichtung bis zum Jahr 2030 Delmenhorster Museum sucht nach neuen Perspektiven

Von Jan Eric Fiedler | 17.01.2016, 18:23 Uhr

Mit einer Positionsbestimmung hat der Beirat des Nordwestdeutschen Museums für IndustrieKultur die Arbeit an einem Zukunftsplan begonnen. Externe Hilfe gab es aus Bremen.

Delmenhorst. In diesem Jahr feiert das Norwestdeutschen Museum für IndustrieKultur sein 20-jähriges Bestehen. Der wissenschaftliche Beirat des Museums nimmt dies zum Anlass, an der Zukunft der Einrichtung zu arbeiten: Eine inhaltlich tragfähige Perspektive für das Jahr 2030 soll erarbeitet werden.

„Es ist an der Zeit, das Museum für die nächsten Jahrzehnte wegweisend aufzustellen, die Vergangenheit kritisch zu analysieren und Leitlinien für die Zukunft zu diskutieren“, schreibt das Museum in einer Mitteilung. Den ersten Schritt in diese Richtung hat der Beirat bei seinem ersten Treffen in diesem Jahr unternommen.

Schwerpunkte von Unternehmensgeschichte bis Arbeitsmigration

„Einig war sich der Beirat darin, dass klare Hauptlinien der Ausrichtung des Museums formuliert werden müssen“, so Sprecherin Ina Wessels. Seit Bestehen des Museums, das vor 20 Jahren eröffnet wurde, haben sich mehrere thematische Schwerpunkte herausgebildet. Dazu zählt der Beirat die Geschichte der Nordwolle als global agierendes Unternehmen von 1884 bis zum Konkurs 1981 und auch die Geschichte der Unternehmerdynastie der Familie Lahusen, deren Aufstieg und fall gut nachvollzogen werden kann.

Als weiterer roter Faden des Museums ließe sich die Thematik der in mehreren Wellen erfolgten Arbeitsmigration verstehen. Im Kern werde durch die Geschichte der Nordwolle das soziale Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in einer Stadt im Kontext der Industriearbeit nachgezeichnet.

Weitere Schwerpunkte seien die Arbeitsbeziehungen in der Fabrik – von der Konzernspitze bis zum ungelernten Arbeiter – sowie die Produktionstechnik in der „einzigartigen Fabrikarchitektur des Nordwolle-Geländes.“

Beirat will Leitlinien erarbeiten

Auf Einladung des Beirates nahm die Direktorin des Bremer Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte (Focke-Museum), Dr. Frauke von der Haar, an der Diskussion teil. Sie habe einen externen Blick auf das Delmenhorster Museum mit eingebracht, wobei sie wichtige Impulse für die Positionsbestimmung des Museums und seine Zukunft geben konnte, heißt es in der Mitteilung.

Der wissenschaftliche Beirat will nun im Laufe des Jahres Leitlinien zur Profilierung des Museums erarbeiten und zur Diskussion stellen.