Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ausschuss für CDU-Vorschlag Etappensieg für Delmenhorster Haupt- und Realschule

Von Marco Julius | 07.02.2019, 21:47 Uhr

Die Debatte um die künftige Schulentwicklungsplanung in Delmenhorst ist am Donnerstagabend emotional weitergeführt worden. Das es zu einer Abstimmung kam, hat dabei viele überrascht.

Es ist dann am Ende doch schneller gegangen, als viele im Vorfeld prognostiziert hatten. Zwar hatte selbst Markus Pragal, Erster Stadtrat, zu Beginn der Sondersitzung des Bildungsausschusses gesagt, es handele sich um eine Arbeitssitzung. Eine Entscheidung in der Schulentwicklungsplanung solle erst am 7. März gefällt werden. Doch Teile der Politik drückten schließlich doch überraschend aufs Tempo.

Und so bekamen die weit über 100 Bürger, darunter viele Schüler und Eltern, das zu hören, was sie wollten: Das Ende der Realschule – und auch der Hauptschule – ist für den Moment vom Tisch. Der Vorschlag der Verwaltung kam somit nicht zum Zuge.

Variante 1a rückt in den Fokus

Die sogenannte Variante 1a, ins Spiel gebracht von der CDU, soll nun von der Verwaltung weiterverfolgt werden. Die CDU hatte den Antrag gemeinsam mit der UAD und der FDP am Donnerstagabend zur Abstimmung gestellt. Insbesondere Frauke Wöhler (CDU) und Murat Kalmis (FDP) machten dabei Tempo. Kalmis sagte: „Alle Argumente sind ausgetauscht. Wir sollten handeln.“

Zehn Ja- und sieben Nein-Stimmen wurden schließlich für den gemeinsamen Antrag protokolliert. Das gab Applaus aus dem Publikum. Die Variante 1a sieht vor, die Oberschule Süd am Standort Brendelweg zusammenzulegen. Dort soll auch ein Anbau her. Das so freie Schulgebäude an der Königsberger Straße könne die Raumnot des Willms-Gymnasiums lindern und zur Außenstelle werden. Weiterer Punkt des Antrags: Die Realschule mit ihren zwei Standorten soll in zwei eigenständige Realschulen überführt werden. Räume am Pestalozziweg stünden dann zur freien Verfügung.

SPD wollte mehr Infos

Die Gruppe SPD & Partner und die Gruppe Bürgerforum/ Freie Wähler/ Unger sind mit ihren jeweiligen Anträgen, in denen mehr Informationen vor der „richtungsweisenden Entscheidung“ gefordert wurden, abgeblitzt. Ebenso abgeblitzt ist Eva Sassen mit ihrem Vorschlag, eine zweite IGS einzurichten. Sie hatte zuvor ein Plädoyer für diese Schulform gehalten.

Die Bitte von Edith Belz (Linke), nichts übers Knie zu brechen, blieb auch ohne Erfolg. Sie warf der CDU, der UAD und der FDP vor, mit ihrem Antrag Druck zu machen. Das sei unredlich. Auch Antje Beilemann und Andrea Lotsios (SPD & Partner) warben dafür, sich Zeit zu lassen, um eine Lösung auf den Weg zu bringen, die Bestand hat. „Wenn Sie uns Boykott vorwerfen, können Sie das tun, wir nennen es Verantwortung“, rief Beilemann in Richtung Wöhler, die in ihrem Redebeitrag der SPD vorwarf, auf Zeit zu spielen. Beilemann wiederum warf Wöhler vor, die Sachebene mit ihrem Beitrag verlassen zu haben.

Rat hat das letzte Wort

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten sich zahlreiche Schüler und Eltern, aber auch viele Lehrer für den Erhalt der Realschule eingesetzt. Schüler hielten zum Beispiel Schilder hoch mit Parolen für die „Lilie“. Die Schulvielfalt müsse erhalten bleiben, war ein Argument, das immer wieder zu hören war. Auch in der Einwohnerfragestunde gab es reichlich Kritik an dem Vorschlag der Verwaltung, Haupt- und Realschule als Schulform auslaufen zu lassen.

Die Entscheidung pro Variante 1a ist eine Beschlussempfehlung, die nun im Verwaltungsausschuss und im Rat zur Abstimmung gebracht wird.