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Ausstellung 2016 in Delmenhorst Graft liefert Inspiration für Ausstellung in Delmenhorst

Von Antje Cznottka | 28.11.2015, 15:33 Uhr

Gabriela Oberkoflers Ausstellung „Wind zog auf“, die von April bis Juni 20216 im Haus Coburg zu sehen sein wird, soll eine Verbindungslinie zum Ausstellungsort Delmenhorst und zur Graft haben. Dazu hat Oberkofler mit Mitgliedern des Freundeskreises des Hauses Coburg einen Spaziergang durch die Graft unternommen.

„Dass es einen so einmalig schönen Park in einer Kleinstadt gibt, muss man auch wertschätzen“, sagt Oberkofler, die aus Südtirol stammt. Bei ihrem Spaziergang durch die Graft am Samstag hat Oberkofler erste Eindrücke und Fundstücke gesammelt. Äste, Samen, Blätter, Erde oder auch Wasser integriert die Künstlerin in ihre Werke. „So stellt sie den Bezug zum Ausstellungsort her“, berichtet Ulla Lange vom Freundeskreis.

Unverwechselbare Ausstellung von Gabriela Oberkofler in Delmenhorst

Wir versuchen immer internationale Künstler nach Delmenhorst zu holen. Mit dem Bezug zur Stadt in den Werken soll auch eine Schwelle überwunden werden und die Menschen sollen von ihrem Sofa geholt werden“, berichtet Dr. Annett Reckert, Leiterin der Städtischen Galerie Delmenhorst. So werde die Ausstellung unverwechselbar.

Wertschätzung für Delmenhorster Graft

Die Achtsamkeit für Prozesse der Natur steht im Zentrum von Gabriele Oberkoflers Arbeiten. Die Natur beinhalte leben, sterben, vergehen und geboren werden. „Wir müssen aber aufpassen, dass dieser Kreislauf nicht zerstört wird“, sagt Ulla Lange vom Freundeskreis. „Vor allem geht es um den positiven und wertschätzenden Umgang mit der Natur“, fügt Reckert hinzu.

„Natur ist in ihrer unberührten Form kaum mehr erlebbar. Der Mensch mischt sich immer ein, indem er begrenzt, beschneidet, trennt“, fügt Oberkofler an. Deswegen werde sich die Ausstellung auch darauf beziehen, „dass die Graft es in den letzten Jahren nicht so leicht hatte“, berichtet Oberkofler. „Wasser, Wasserstand und Bäume sind hier die Stichworte“, sagt die Künstlerin.

Den Prozessen in der Graft will sich Oberkofler aber nicht plakativ, sondern mit angemessener Zeit und Hingabe widmen. Es gehe für sie derzeit darum, eine bildhafte Sprache zu finden. So würden Aspekte wieder in den Fokus gerückt, besser wahrgenommen und wieder beschützt, sagt Susanne den Hogart vom Freundeskreis.

Gabriela Oberkofler setzt auf Beteiligung der Delmenhorster

„Mir ist wichtig, dass die Bevölkerung dabei mit im Boot, mit in der Graft sitzt“, erklärt Oberkofler. Bereits am Freitag hatte sie sich mit Mitgliedern des Vereins „Unsere Graft“ getroffen und bei einem Rundgang durch die Graft ausgetauscht.

Ins Gespräch ist Oberkofler bei ihrem Graftspaziergang mit Hobby-Imker Uwe Roselieb gekommen. „Warum stehen hier keine Bienen mehr“, fragt Roselieb. Schnell war die Idee, den Imker in die Ausstellung zu integrieren, geboren. Ein besonderer Honig mit einem Label, dass Gabriela Oberkofler gestaltet oder ein Projekt in der Graft mit dem Imker seien laut Reckert denkbar.

Graft soll in die Städtische Galerie Delmenhorst kommen

Das reicht der Künstlerin aber noch nicht. „Die Graft soll in die Städtische Galerie kommen, die Ausstellung aber auch einen Platz in der Graft haben.“ Dazu denke sie über zwei Konzepte nach:

„Es gibt den Archivgedanken, alles zu sammeln, zu beschriften und und zu zeichnen“, plant Oberkofler. Darüber hinaus verfolge sie aber auch den Ateliergedanken. Danach gäbe es in der Graft eine Werkstatt.

„Wir stehen noch ganz am Anfang. Jetzt werde ich erst einmal denken, denken, denken“, berichtet Oberkofler. Sie habe die ersten Kontakte geknüpft, werde Informationen einholen und mit Menschen sprechen. „Das Realisieren wird vor Ostern kommen“, sagt Oberkofler.