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Ausstellung in Delmenhorst Städtische Galerie zeigt „before the night is gone“

27.11.2015, 07:51 Uhr

Die im Iran geborene Künstlerin Toulu Hassanis präsentiert in der Haus-Coburg-Remise Werke zwischen Malerei und Objekt. Heute wird ihre Ausstellung eröffnet.

Sind sie nun zweidimensional oder doch dreidimensional? Der erste Blick offenbart dem Betrachter nicht zweifelsfrei, womit er es bei den Arbeiten Toulu Hassanis zu tun hat, noch nicht einmal, ob es sich „nur“ um Gemälde oder doch eher um bildhauerische Werke handelt.

Eröffnung um 20 Uhr

Das Land Niedersachsen und die Niedersächsische Sparkassenstiftung haben Hassani, die in Hannover lebt, voriges Jahr mit einem New-York-Stipendium geehrt. Heute feiert die Städtische Galerie Delmenhorst um 20 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „before the night is gone“ in der Remise – sowohl mit Werken, die vor als auch mit solchen, die nach ihrer Zeit in New York entstanden sind.

13 Arbeiten zu sehen

Insgesamt gibt es 13 Arbeiten der in Iran geborenen Künstlerin aus Hannover zu sehen, Gemälde, die sich der Betrachter am besten zunächst aus einigen Metern Entfernung, dann ganz aus der Nähe ansieht. Objekte bildet Toulu Hassani nicht nach, geschweige denn ab. Vielmehr kreiert sie in Öl Farbräume auf meist minutiös, mit dem Feinminenstift vorgezeichneten Mustern: Kästchen für Kästchen.

Was sich auf die Distanz wie ein Miniatur-Fliesenmuster ausnehmen mag, offenbart aus unmittelbarer Nähe kleine „Ungenauigkeiten“, punktuelle Abweichungen vom übergeordneten Rhythmus des Gesamtkunstwerks, die sich auch in der Farbwahl spiegeln.

Mehrere Materialschichten

Auch erschließt sich erst aus der Nähe, woher der Eindruck von räumlicher Tiefe in den Bildern entsteht. Nicht nur, dass Hassani die Raster in ihren Bildern mit dem Feinminenstift geradezu eingeritzt hat, sodass der Eindruck entsteht, ein Gitter drücke auf das Bild. Auch spielt sie zuweilen mit mehreren Materialschichten. So hat sie für „Waiting for the Eclipse“ im Jahr 2013 wie für eine Trommel rohe Haut über Holz und Stahl gespannt und die Haut zudem mit einer Harzschicht unterlegt. Für andere Arbeiten hat sie zudem Zement untergemischt. Ausstellungskuratorin Heidrun Mezger spricht von „zwischen Malerei und Objekt changierenden Arbeiten“.

Wochen, zum Teil gar Monate habe sie an jedem einzelnen der ausgestellten Werke gearbeitet, erklärte die Künstlerin am Donnerstag. Um der Raffinesse hinter den Kunstwerken auf die Schliche zu kommen, sollte sich der Betrachter zumindest einige Minuten pro Bild Zeit lassen.