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Ausstellung in Delmenhorst Zeitgenössische Textilkunst im Industriemuseum

Von Elena Dohrmann, Elena Dohrmann | 05.11.2017, 20:03 Uhr

Seit Sonntag lässt sich im Nordwolle-Museum die neue Ausstellung zum Thema Textilkunst besichtigen. Dort befindet sich auch das Werk der Preisträgerin des Art-Quilt Awards, der gestern feierlich verliehen wurde.

Was mit unserer Wahrnehmung passiert, wenn Objekte durch Vergrößerung oder Verkleinerung drastisch verändert werden, können Besucher bis zum 22.Dezember in der Nadelsetzerei des Industriemuseums erleben. Passend zum Motto „ZOOM- Wenn die visuelle Wahrnehmung sich verändert“ sind dort seit Sonntag abstrakte Werke ausgestellt, die das Auflösen gegenständlicher Strukturen thematisieren. Im Zuge dieses Themas wurde am Sonntag zum dritten Mal der „Art-Quilt Award“ durch dessen Initiatorin Juliette Eckel und Museumsleiter Carsten Jöhnk verliehen.

Internationale Textilkunst

Am „Art-Quilt Award“ haben Künstlerinnen aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und den USA teilgenommen. Die Besucher sollen die Werke der Künstler mit Fantasie betrachten, betont Eckel:„Es soll nicht auf den ersten Blick erkennbar sein, was genau auf dem Bild zu sehen ist. Der Betrachter muss sich mit dem Werk auseinandersetzen. Jeder von uns sieht etwas anderes darin.“ Museumsleiter Carsten Jöhnk lobt darüber hinaus die handwerkliche Leistung der Künstler und hebt die thematische Vielschichtigkeit der eingereichten Arbeiten hervor. So wird beispielsweise die Problematik der Textilindustrie als zweitgrößte Umweltbelastung des 21. Jahrhunderts durch die Werke aufgegriffen. 

Preisträgerin kommt aus der Schweiz

Im Zuge der Verleihung des Art-Quilt Awards wurden drei Künstlerinnen für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte die Niederländerin Suze Termaat, gefolgt von der Deutschen Susan Heymann auf dem dritten Platz. Siegerin wurde die Textilkünstlerin Maria Stoller aus der Schweiz mit ihrem Werk „Wisdom“. Es zeigt das Gesicht einer alten Frau, bei näherer Betrachtung lassen sich eingenähte Fotoaufnahmen aus dem Leben der Abgebildeten erkennen. Mehr als einen Monat lang verarbeitete Maria Stoller verschiedenste Materialien, wie Papier und Stoff, miteinander. Das Siegerwerk ging nach der Preisverleihung in den Besitz des Museums über.