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Ausstellung in der VHS Ganderkeseer zeigt Bilder aus seiner Erinnerung

Von Mareike Bader | 01.09.2017, 17:50 Uhr

Leuchtende Farben und ruhige Linien zeigt Ali Shubar bei seiner Ausstellung in der Volkshochschule. Die Bilder sind dort bis 10. Oktober zu sehen.

„Er hat jedes Mal eine bestimmte Richtung“, sagt die Ali Shubars Mutter, die für den taubstummen Künstler spricht. Bereits zum dritten Mal sind seine Werke in der Volkshochschule (VHS) am Turbinenhaus der ehemaligen Nordwolle zu sehen. Insgesamt 45 Bilder kleineren Formats sind im Lichthof aufgehängt.

Dieses Mal sind Naturansichten zu sehen. Wenn dazu befragt wird, gestikuliert er ausschweifend zu den ruhigen Linien, die ihn begeistern. Weite und Licht sind weitere Themen, die ihm sichtlich inspirieren. Das Faible für Landschaftsansichten zeigt sich in mehreren Ansichten. „Er malt verschiedene Sachen, mal abstrakt mal abbildend“, sagt seine Mutter.

Leuchtende Ölfarben

Abstrakt sind die Bilder in der linken Ecke des Lichthofes. Die Motive erinnern an afrikanische Muster. Abstrakte Tendenzen haben aber auch die Landschaftsbilder, in denen Shubar auf die Tiefenperspektive verzichtet. Stattdessen wirken sie durch die kraftvoll leuchtende Ölfarbe, aber in einer harmonischen Komposition. „Öl scheint mehr“, findet Ali Shubar.

Angefangen hat Ali Shubar mit Acrylmalerei. Doch auch davon ist nur ein Beispiel vertreten, das einen Sumpf zeigt. Die Bilder der Ausstellung in der VHS sind eher neuere Werke, aber auch ältere Bilder sind dabei, berichtet Shubars Mutter.

Als Kind in Bagdad angefangen zu malen

„Die Bilder führen zurück bis nach Bagdad“, sagt Adriana Theessen von der VHS. Sie war im Vorfeld intensiv an den Vorbereitungen beteiligt. Hier wurde Ali Shubar 1966 geboren. 1981 zog er mit seiner Familie nach Deutschland, heute lebt er in Ganderkesee. „Er hat als Kinder immer gemalt“, berichtet seine Mutter. Er habe zwar Kurse der VHS besucht und ein einjähriges Kunstfernstudium absolviert, doch er habe seine eigene Technik, betont sie.

Menschen sind auf den Bildern der Ausstellung nicht zu sehen. Dafür viel Natur. Im oberen Geschoss werden Blumen und nahe Naturbetrachtungen gezeigt. Im Untergeschoss fällt das Bild mit dem weißen Pferd auf knallblauem Hintergrund auf. Daneben hängt die einzige Radierung der Ausstellung – ebenfalls ein Pferd.

Motive stammen aus der Erinnerung

Auffallend sind die beiden Ölgemälde „Alte Gebäude“. Beide Male ist die Flucht einer Straßenansicht zu sehen, etwa mit kleinen Details der Fenster. Doch während die Fachwerkhäuser mit kräftigen braunen Strichen abgebildet sind, verwendete Shubar für die hanseatische Stadtansicht feinere Linien, vor allem für das Kopfsteinpflaster.

„Die Bilder sind farbenfroh und freundlich“, sagt Adriana Theessen. Bei der Themensuche sei Shubars Familie auf das Thema „Erinnerung“ gekommen. Denn beim Malen transportiert Ali Shubar Dinge, die er gesehen hat, aus seiner Erinnerung auf die Leinwand.