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Auszeichnung für Engagement Delmenhorster haben von Vorlesetag profitiert

Von Sascha Sebastian Rühl | 20.12.2018, 15:11 Uhr

Mit dem Titel „Außergewöhnliche Vorlesestadt 2018“ wurde harte Arbeit belohnt, von der viele in Delmenhorst profitiert haben. Am Donnerstag äußerten sich die Koordinatoren zur Auszeichnung.

Für über 200 Aktionen im gesamten Stadtgebiet am 16. November darf Delmenhorst den Titel „Außergewöhnliche Vorlesestadt“ tragen. Es wurde gelesen im Bus, auf dem Friedhof, im Dessousgeschäft, durch die Stadt laufend oder vor Schaufenstern stehend. Hinter den Koordinatoren des bundesweiten Vorlesetags liegt eine Mammutaufgabe, damit am Stichtag alles klappte. In elf Sprachen wurde vorgelesen, von Menschen aus zahlreichen Berufen, fast jedes Alters.

Großer Erfolg für die Stadt

Diese Mühen werden nun mit dem Titelgewinn gewürdigt. „Ich gönne ihnen diesen großartigen Erfolg von Herzen“, lobte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) gestern Büchereileiterin Anika Schmidt und Buchhändlerin Sabine Jünemann, die die Idee an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen gemeinsam vorangetrieben und umgesetzt hatten. „Das ist ein großer Erfolg für die Stadt“, freute sich Jünemann. Der OB zeigte sich regelrecht entzückt: „Das ist nicht nur ein Titel, das ist etwas Einzigartiges in Deutschland.“ Auch Jahnz selbst hatte in der Kinderklinik aus einem Bilderbuch vorgelesen. „Es gab viele kleine Mosaiksteine“, sagte er. Anika Schmidt berichtete, dass bei manchen Vorlese-Aktionen in Delmenhorst auch Tränen geflossen seien. „Das zeigt, dass Vorlesen wunderbare Momente schafft.“

Gegenüber 20 Städten durchgesetzt

Delmenhorst hat mit 20 deutschen Städten um den Titel konkurriert und gewonnen, betonte Anika Schmidt, die besonders ihre Mitarbeiterin Maren Michels lobte und ihre „wunderbare Partnerin“ in diesem Projekt, Sabine Jünemann. Die Buchhändlerin habe unter anderem ihre Kontakte zu Geschäftsleuten und Kunden genutzt, um weitere Akteure zum Vorlesen zu gewinnen, betonte Schmidt. Außerdem dankte sie Soroptimist International, dem Rotary Club und den Stadtwerken für die finanzielle Unterstützung dieser Aktion.

Gewinn für die Integration

Axel Jahnz sprach von einer „hervorragenden Kombination“ in dieser Woche, in der nicht nur bekannt wurde, dass Delmenhorst diesen besonderen Titel gewinnt, sondern auch, dass nach einem Ratsbeschluss verschiedene Integrationsprojekte in Delmenhorst fortgesetzt werden können. Beides habe miteinander zu tun. „Im Wollepark können über 50 Prozent der Menschen nicht lesen oder schreiben.“ Daher habe der Vorlesetag auch einen Wert für die Integration. Schmidt lobte die bundesweite Aktion in vollen Zügen: „Noch nie haben beim Vorlesetag so viele mitgemacht. 700.000 Menschen.“

Erstmal keine Titelverteidigung

Eine Titelverteidigung wird es im kommenden Jahr nicht geben. „Es gibt eine Sperrfrist“, erklärte Anika Schmidt. Außerdem sei es nicht möglich, den Vorlesetag in dem Umfang dieses Jahres zu koordinieren. „Dafür mussten wir andere Dinge liegenlassen“, betonte sie. Die beiden Partner würden den Tag am 15. November 2019 somit nicht koordinieren, aber gerne Interessierte bei der Umsetzung unterstützen.

Festakt soll kommen

Nun müsse nur noch eine Feierstunde organisiert werden, bei der die Initiatoren des Projektes – die Stiftung Lesen, Die Zeit und die Deutsche Bahn – eine Plakette übergeben werden und laut Schmidt sämtliche Beteiligten dabei sein sollen. Anika Schmidt würde diese gerne – passend zum Thema – in ihrer Bücherei abhalten.