Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Bahnstrecke Delmenhorst - Lemwerder Nutzlose Bahnübergänge in Delmenhorst bleiben erhalten

Von Jan Eric Fiedler | 23.01.2015, 18:01 Uhr

Seit fünf Jahren fährt zwischen Delmenhorst und Lemwerder kein Zug. Die Übergänge müssen aber voll beschildert bleiben, bis die Strecke offiziell aufgegeben wird.

Seit Jahren ist kein Zug mehr zwischen Delmenhorst und Lemwerder gefahren. Die Strecke ist dauerhaft gesperrt, im Bereich der Gemeinde Lemwerder sind die Schienen sogar bereits abgebaut. Und doch sind an den Bahnübergängen, beispielsweise an der Stedinger Straße, noch allen nötigen Hinweisschilder vorhanden. Dies hatte bei einem dk-Leser für Verwunderung gesorgt.

„Die Strecke wurde 2010 gesperrt“, bestätigt Harald Wrede, Geschäftsführer der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE). „Die Signale dürfen aber erst abgebaut werden, wenn die Strecke offiziell entwidmet ist“, erklärt er. Solange es zumindest in der Theorie noch möglich ist, dass Züge fahren, müssen die Schilder stehen bleiben. Züge der DHE werden es aber nicht sein. Der Betreibervertrag zwischen ihr und den Gemeinden Delmenhorst und Lemwerder wurde Ende vergangenen Jahres aufgelöst, berichtet Wrede. Inhaber der Strecke ist – auf Delmenhorster Gebiet – die Stadt.

Die Freistellung der Strecke nach Paragraf 23 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes wurde im vergangenen November angeschoben. Im Planungsausschuss wurde die Verwaltung beauftragt, das entsprechende Verfahren einzuleiten. Ob die Entwidmung bereits beantragt ist und wann damit gerechnet werden kann, war aus dem Rathaus nicht zu erfahren.

Gleichzeitig laufen bereits erste Planungen, was mit der Strecke in der Zukunft passieren soll. Als Optionen wurden in der Ausschusssitzung die Nutzung der Trasse als Radwanderweg, der Verkauf an anliegende Grundstückseigentümer sowie die Einrichtung eines Grünzuges genannt.

Wiederherstellung hätte Millionen gekostet

Die Wiederherstellung der Strecke wurde ausgeschlossen. Sie hätte Kosten in Millionenhöhe verursacht. Eine Reaktivierung kann nach einem Gutachten der Landesregierung ausgeschlossen werden. Auch für den Güterverkehr wird sie nicht benötigt. „Es konnte leider kein dauerhafter Verkehr etabliert werden“, sagt DHE-Geschäftsführer Wrede.

Von der Vertragsauflösung nicht betroffen ist die Strecke Delmenhorst-Harpstedt, wie Wrede betont. Diese befindet sich im Besitz der DHE und wird weiter für den Güterverkehr mehrerer Delmenhorster Unternehmen, wie beispielsweise CSM, genutzt.