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Ballettaufführung in Delmenhorst Magische Gartenzwerge tanzen im Zauberladen

Von Alexander Schnackenburg | 19.07.2015, 22:34 Uhr

Der Kostümfundus des Tanz- und Yoga-Studios „Art of Dance“ scheint unerschöpflich zu sein. Zu den immerhin 38 Szenen des Tanzstückes „Der Zauberladen“ schickte Tanzschul-Inhaberin Sandra Brüning am Samstag nicht nur eine wahre Heerschar großer und kleiner Tänzerinnen sowie vereinzelte Tänzer auf die Bühne des Kleinen Hauses. Sie trugen in jeder Szene ein anderes Kostüm.

Dabei hätte die Vorstellung auch ohne das rege Treiben der Tanzschüler in der Umkleide kaum abwechslungsreicher ausfallen können. Im Kern ging es im „Zauberladen“ um ein kleines Geschäft aus dem Jahr 1860, das zum Schauplatz nicht eben alltäglicher Begegnungen und Begebenheiten geriet, von denen Brünings Crew tänzerisch erzählten, untermalt von einem riesigen musikalischen Potpourri, den sie per CD einspielten. Die Choreographien zu den Szenen hatten allesamt Sandra Brüning und Ines Wesemann entwickelt und einstudiert.

Michael Jackson trifft Schwanensee

Da huschten die „Hip Hop Teenys“ zu Michael Jacksons „Blue Gangster“ diebisch über die Bühne, nachdem die „4 kleinen Schwäne“ (tatsächlich waren es wesentlich mehr) den Laden zu Tschaikowskys Schwanensee noch in friedlicher Absicht besucht und mithin eher bereichert denn bestohlen hatten. Wie Gartenzwerge zurechtgemachte Kinder hoben zum „Zwergentanz“ an und ab, Tänzerinnen präsentierten zu George Bizets Carmen einen spanischen Fächertanz, die Ballett-Kids tappten als Teddybären und schlichen später als Katzen durch den „Laden“, zwischendurch schloss der Ladenbesitzer das Geschäft für seine Mittagspause, um sich nach der Pause wieder über dürftige Verkaufserlöse trotz üppiger Besucherzahlen zu ärgern – es ging Schlag auf Schlag.

Diven dürfen beim Ballett nicht fehlen

Natürlich durfte auch das eine oder andere Klischee nicht fehlen: Zum Ballett gehören in des Volkes Verständnis auch Diven. Sandra Brüning schenkte dem Publikum solche Diven in Gestalt einer schönen Ballett-Choreographie zur Musik Marilyn Monroes. Wie groß der Aufwand vor und hinter der spektakulären Bühnenshow der Tanzschule tatsächlich gewesen sein mag, konnte der Zuschauer vielleicht am besten am Finaltanz ablesen. Neben den Steppern fand sich hierzu jeder auf der Bühne ein, der noch irgendwie Platz fand. Für den großen Schlussapplaus hatte Brüning vorsorglich einen gesonderten Verbeugungsplan ausgefertigt.