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Bau kostet 3,11 Millionen Delmenhorst setzt bei neuer Kita auf Öko-Bauweise

Von Merlin Hinkelmann | 25.04.2017, 19:40 Uhr

Die Baustraße ist fertig, die Versorgungsleitungen sind verlegt und das Fundament steht: Die Bauarbeiten für die neue Kindertagesstätte an der Käthe-Kollwitz-Schule sind in vollem Gange.

So langsam lassen sich die Dimensionen erahnen von dem, was da auf dem Grundstück neben der Käthe-Kollwitz-Schule gerade entsteht. Baumaschinen stehen herum, die Fundamente sind betoniert. Bisher war die 1286 Quadratmeter große Rasenfläche weitgehend ungenutzt. Seit Anfang des Jahres entsteht hier eine neue Kindertagesstätte. „Wir haben hier ein Mega-Bauprojekt vor der Nase“, sagt Andreas Tensfeldt, als Fachbereichsleiter zuständig für das Gebäudemanagement der Stadt.

„Unglaublich hoher Bedarf an Kita-Plätzen“

3,11 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt, davon bringt die Stadt Delmenhorst rund 758.000 Euro selbst auf. Das restliche Geld kommt aus Fördermitteln. Ausschlaggebend für den Neubau war laut Tensfeldt der „unglaublich hohe Bedarf an Kita-Plätzen“. Der Kita-Bedarfsplan 2017-2023 sieht vor, dass in den kommenden Jahren sechs neue Einrichtungen im Stadtgebiet entstehen. „Wir haben lange über den Standort der neuen Kita nachgedacht“, betont Tensfeldt. Am Ende habe sich gezeigt: „Der Stadtnorden hat den höchsten Bedarf.“

Stadt setzt auf Anbindung von Kitas an Schulen

Dass die Kita nun direkt neben der Grundschule gebaut wird, hat seinen Grund. „So können die Kinder möglichst lange an einem Standort bleiben“, erklärt Andrea Vennebörger, Fachdienstleiterin Neubau und Erweiterungsmaßnahmen. Nach der Kita-Zeit direkt zur benachbarten Schule wechseln: Dieses Konzept möchte die Stadt auch beim Bau der anderen Kitas berücksichtigen. „Die Astrid-Lindgren-Schule in Düsternort ist ein schönes Beispiel. Die Anbindung von Kitas an Schulen ist durchweg sinnvoll“, findet Vennebörger.

Fünf Gruppenräume geplant

Die neue Kita an der Hasberger Straße wird über eine längere Zufahrt neben der Schule erreichbar sein. „Das Grundstück ist wunderschön, sehr ruhig gelegen“, sagt Vennebörger. Damit Eltern nicht unnötig rangieren müssen, wird es vor dem Haupteingang einen kleinen Kreisel geben. Hinzu kommen 25 Pkw-Stellplätze und mehrere Fahrradplätze. „Beim Bau profitieren wir von den Erfahrungen aus den anderen Kitas“, so Vennebörger. „Wir werden immer besser.“ Das oberste Ziel sei es, eine moderne Kita zu errichten. „Modern“ heißt: Jeder Gruppenraum – insgesamt sind es fünf, drei für Kindergartengruppen und weitere zwei für die Krippen – besteht aus jeweils einem gleich großen Modul. Großzügige Glasflächen und eine Süd-West-Ausrichtung des Gebäudes sorgen für den „optimalen Lichteinfall“, erläutert der projektleitende Architekt, Roger Karlsen.

Hülle dank Holzrahmen-Bauweise in vier Wochen fertig

Beim Neubau setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit: Der Plan sieht vor, dass die Fassade des verschachtelten Baus mit Naturschiefer-Platten verkleidet wird. Das „Sahnehäubchen“, wie es der Architekt formuliert, sei die Holzrahmen-Bauweise: Die Hülle der neuen Kita wird in der Werkstatt fertig montiert und innerhalb kürzester Zeit auf das Fundament gesetzt. „Das kann man sich wie bei einem Fertighaus vorstellen“, sagt Karlsen. „Mit dem Unterschied, dass wir die Hülle ganz individuell gestalten können.“ Der Vorteil gegenüber einer massiven Bauweise liege auf der Hand: Nur vier Wochen dauert es bis zur Fertigstellung der Hülle – auch, weil bei dieser Vorgehensweise keine zeitaufwendigen Trockenerhaltungsmaßnahmen nötig sind.

Fertigstellung im Frühjahr 2018

„Wir probieren diese Methode zum ersten Mal bei einer Kita aus“, sagt Tensfeldt. Die Stadt befinde sich unter hohem zeitlichen Druck. Aber: „Wir sind gut unterwegs.“ Nach jetziger Planung soll der Kita-Bau im Frühjahr 2018 fertig sein, Träger wird das Deutsche Rote Kreuz. Da im ganzen Bundesgebiet zurzeit viele neue Kitas gebaut werden, rechnet die Stadt mit langen Lieferzeiten für die Kita-Einrichtungsmöbel. „Deshalb machen wir uns jetzt schon an die Bestellung“, erwähnt Andrea Vennebörger. Einen Namen für die neue Kita gibt es übrigens noch nicht.