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Bauarbeiten an der Richtstraße Delme-Werkstätten investieren in Standort Delmenhorst

Von Marco Julius | 25.04.2017, 08:26 Uhr

Die Delme-Werkstätten sind ein großer Arbeitgeber in Doch neben der Arbeit ermöglichen sie vor allem Teilhabe und Perspektiven.

In den hiesigen Delme-Werkstätten ist immer Bewegung. Kein Wunder bei aktuell 285 Beschäftigten mit Beeinträchtigungen und 65 Mitarbeitern an drei Strandorten. Aktuell investieren die Werkstätten an der Richtstraße einen hohen sechsstelligen Betrag. „Wir erweitern und modernisieren unsere Tagesförderstätte“, erläutert Betriebsleiter Thomas Meyer, zuständig für die drei Delmenhorster Standorte im Verbund der Werkstätten. Die Inbetriebnahme ist im September vorgesehen.

Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen

Als Nachfolgerin der langjährigen Betriebsleiterin Irina Schlüter ist Meyer seit September vergangenen Jahres im Amt. Im Verbund der Delme-Werkstätten, zu dem vierzehn Standorte in den Landkreisen Diepholz und Oldenburg sowie der Stadt Delmenhorst gehören, hatte er zuvor kurze Zeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit gearbeitet, als ihm die Leitungsstelle angeboten wurde. Der 56-Jährige hat den Schritt nicht bereut. Er ist von der Idee der Werkstätten überzeugt. Zur Betriebsstätte in Delmenhorst gehören die „Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)“ I und II sowie eine „Werkstatt für Industrie und Dienstleistung (wid)“, in der Menschen mit psychischen Erkrankungen arbeiten. „Wir ermöglichen den Menschen, die bei uns arbeiten, die gesellschaftliche Teilhabe“, sagt Meyer. Jeder werde nach seinen Fähigkeiten eingesetzt und verdiene sein eigenes Geld. In der Delme, wie die Werkstätten kurz genannt werden, wird gearbeitet, ausgebildet, fortgebildet. „Mancher braucht mehr Förderung, das gehört dazu“, sagt Meyer. Die anstehenden Arbeiten sind dabei so vielfältig wie die Produktpalette, die entsteht. Eine Tischlerei gehört ebenso zum Haus wie eine Werkstatt für Metallverarbeitung, der Bereich Verpackung oder die Elektromontage. Neue Ideen werden derzeit in der Keramikmanufaktur umgesetzt. „Wir kooperieren mit Bremer Designern und entwickeln Produkte, mit der wir eine jüngere Kundengruppe ansprechen wollen.“ Eigenprodukte machen zwar laut Meyer nur bis zu 4 Prozent des Umsatzes aus, aber die Arbeit in dieser Sparte schaffe eine große Identifikation bei den Beschäftigten.

Verlässliche Partner wichtig

Den Hauptteil des Umsatzes machen die Delme-Werkstätten mit Zuarbeiten für Firmen. Über die Auftragslage kann Meyer nicht klagen: „Wir brauchen natürlich Kontinuität und suchen immer nach zuverlässigen Partnern. Viele unsere Beschäftigten benötigen die Routine, Veränderungen sind für sie schwierig.“ Aber gerade im Verbund der Werkstätten könne man Kunden viele Lösungen bieten. Delmenhorst sei zudem ein besonderer Standort. „Es gibt eine starke Nachfrage nach Plätzen in den Werkstätten, gegen den Trend.“ Gerade der Berufsbildungsbereich sei begehrt.

Meyer, der in Bremen lebt, hat seinen bewusst gewählten Wechsel nach zur Delme nicht bereut. Er hatte zuvor unter anderem rund 20 Jahre für das Bremer Institut für Berufs- und Sozialpädagogik, einen Bildungsträger, gearbeitet. Sein Arbeitsleben, das bereits über 40 Jahre andauert, begann übrigens mit einer Lehre zum KfZ-Mechaniker und führte ihn unter anderem in den achtziger Jahren für zehn Jahre als Entwicklungshelfer nach Nicaragua.