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Bauboom stützt Genossenschaftsbanken Delmenhorster Bank setzt auf Nähe und Kontakte

Von Kai Hasse | 29.01.2018, 19:42 Uhr

Sehr erfreulich sei der Trend der Genossenschaftsbanken Oldenburg-Land und Die Bilanzsumme hat sich um mehr als fünf Prozent erhöht. Vor allem durch rege Bautätigkeit profitiere die Bankengruppe. Zudem steht im Februar eine Umstellung der Software an, die für kurzfristige Störungen sorgen wird.

Auf insgesamt 2,144 Milliarden Euro sei die Bilanzsumme der Genossenschaftsbanken in Oldenburg-Land und Delmenhorst insgesamt gestiegen, so hieß es bei einem Pressegespräch der Banken in Delmenhorst. Die Bilanzsumme ist, grob gesagt, das Gesamtkapital des Unternehmens mit allen Einlagen, sachlichen Besitztümern und Bargeld. Vor einem Jahr hatte diese Bilanzsumme noch bei 2,027 Milliarden Euro gelegen. Das sei ein Anstieg von etwa 5,7 Prozent. Die Bilanzsumme der Volksbank Delmenhorst Schierbrok liege bei etwa 370 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren es 357 Millionen Euro.

Investitionen durch Kredite

„Wir werden nach wie vor getragen von Kundenkrediten – und durch eine rege Bautätigkeit“, erklärte bei dem Gespräch Frank Ostertag von der Volksbank Wildeshauser Geest. Die niedrigen Zinsen – der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt nach wie vor bei null Prozent – animiere viele Menschen dazu, per Kredit zu investieren. Ziel sei zum deutlich größten Teil der Bau von Eigenheimen. Davon profitiere auch das Baugewerbe. Zu einer „Bau- oder Immobilienblase “ komme es dabei speziell im Bereich Delmenhorst noch nicht, stellte Wolfgang Etrich, Chef der Volksbank in Delmenhorst, fest. Hier seien die Kosten für Immobilien noch deutlich geringer als in den naheliegenden Großstädten.

Vertrauen und Nähe sind das Kapital

Das Kapital, auf das die Volksbanken dabei im Speziellen bauen, besteht nicht aus Geld – sondern aus Vertrauen, Nähe und Schnelligkeit. „Die Vernetzung mit Mittelständlern vor Ort und der persönliche Kontakt, das ist nach wie vor der Weg der Zukunft“, so Etrich, „das hilft, dass für Unternehmungen eine Lösung gefunden wird, und das sehr schnell. Das kann keiner so gut wie wir.“

Neues Rechnungssystem ab Februar

Große strukturelle Neuerungen wird es in diesem Jahr nach derzeitigem Stand – mit einer Ausnahme – nicht geben. Die Filialen der Region sollen alle erhalten bleiben. Aber: Am Wochenende des 24. Februar wird das Betriebssystem der Banken umgestellt. Am Wochenende kann es deshalb sein, dass manche Funktionen nicht richtig funktionieren – wie etwa das Zahlen per Karte oder Telefon-App. Am Montag solle aber alles wieder laufen. Der Grund ist eine Umstellung des Rechnungssystems der Genossenschaftsbanken in Norddeutschland. Ausdrücklich nicht betroffen davon ist – anders als Volksbanken im Umland – die Volksbank Delmenhorst Schierbrok. Sie wird erst in einem weiteren Schwung der Umstellungen betroffen sein, und das im August 2019. Die Burginselträume, bei denen die Volksbank als Sponsor fungiert, sollen wieder stattfinden.

Fusionen weiter nicht ausgeschlossen

Nicht ausgeschlossen ist derweil, dass es künftig eine Fusion der Volksbank Delmenhorst Schierbrok geben könnte: Einen Versuch dazu hatte es im vergangenen Jahr mit der Volksbank Syke gegeben. Allerdings hatten die beiden Banken zu tief gehende arbeitstechnische Unterschiede festgestellt. Derzeit stehe eine weitere Fusion nicht an, und sei auch wegen der anrollenden Systemumstellung nicht möglich, sagte Etrich nun. Dennoch sei man Fusionen mit anderen Banken gegenüber offen.