Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Bauerngarten in Bürstel-Immer Vorfreude auf Blütenpracht und Erdbeeren steigt

Von Marco Julius | 28.04.2015, 17:48 Uhr

Ländlich gelegen, ist der Bauerngarten von Ingrid Patschorek ein kleines Idyll. In diesen Wochen erwacht der selbst angelegte Garten langsam wieder aus seinem Winterschlaf.

Die Füße hochlegen, einfach die bunte Blütenpracht im Garten genießen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Gut vorstellbar ist das an der Straße Am Kamphusmoor in Bürstel-Immer, in dem ländlich gelegenen Bauerngarten. Doch die Frau, die sich das verdient hat, die kann das gar nicht. „Mit mir kann man nicht gemütlich im Garten sitzen. Ich sehe ja immer etwas, was noch getan werden muss“, sagt sie lachend.

Ingrid Patschorek hat sich mit ihrem Mann Jürgen einen Traum erfüllt, den Traum vom eigenen Haus mit eigenem Bauerngarten. 2001 war das. „Vorher gab es Haus und Garten schon als Modell 1:100“, blickt die 61-Jährige zurück. Die Idee hatte sie also schon früh im Kopf. Das Haus war schnell in die Tat umgesetzt, wesentlich mehr Arbeit hat der Garten gemacht, bis auf dem schweren Lehmboden alles in Blüte stand.

Viele Sitzgelegenheiten

Der Garten bietet vieles, was zu einem Bauerngarten dazugehört: das Wegkreuz, den Rosenbogen, die Buchsbaumeinfassungen, die Kräuterecke, den Mix von Nutz- und Zierpflanzen. Einen Teich mit Zierfischen, über den eine kleine Brücke führt, gibt es auch. Dazu viele verschiedene Sitzgelegenheiten, mit denen man über den Tag verteilt immer ein sonniges oder schattiges Plätzchen findet.

Ingrid Patschorek hatte schon in der Mietwohnung zuvor den grünen Daumen. Ihr Wissen um die Pflanzenwelt hat sie immer weiter vertieft. Sie schwärmt geradezu von Ginkgo, Wiesenraute, Mohn, Indianernessel und Lilie. Und die Pfingstrosen seien sowieso ein Gedicht. „Im Sommer entsteht ein kunterbuntes Blütenmeer. Jetzt, im Frühjahr, erwacht der Garten langsam wieder. Und er sieht in jedem Jahr anders aus“, sagt Ingrid Patschorek. Das Frühjahr sei die arbeitsintensivste Zeit, alles muss zurückgeschnitten werden, aber für sie ist Gartenarbeit gar keine Arbeit. „Für mich ist es Entspannung.“ Rasen gibt es gar nicht. „Der macht ja viel mehr Arbeit, muss vertikutiert und gemäht werden.“

Teich ist das Reich des Mannes

Ihr Mann ist für das Grobe im Garten verantwortlich, sagt sie. Männer seien eben etwas grobmotorisch veranlagt. Der Teich ist auch Jürgen Patschoreks Reich.

Ohne ihren Garten möchte Ingrid Patschorek gar nicht mehr sein. Oft hört sie von Gästen: „Wie lange willst Du das denn noch machen? Irgendwann bist Du zu alt, dann schaffst Du das doch gar nicht mehr?“ Die leidenschaftliche Gartenfreundin kann darüber nur lachen: „Es gibt doch auch Gärtner, die man anrufen kann.“ Bis es soweit ist, soll aber natürlich noch genug Zeit vergehen – und schließlich hat sie auch mit einem Bänderriss schon im Garten gestanden und alles in Schuss gehalten.

Der Garten ist übrigens so ausgerichtet, dass die Vogelwelt gern zu Gast ist. Rotkehlchen, Sperling, Amsel und Meise geben schon lautstark Frühlingskonzerte. „Den Buchfink habe ich noch nicht gesehen, aber der wird bald da sein“, sagt die Frührentnerin.

Tierische Gäste kommen sowieso gern in den Bauerngarten. Igel, zum Beispiel. Es kommen aber auch ungebetene Gäste, die die Patschoreks nicht so gern sehen. Wühlmäuse waren mal da und haben erheblichen Schaden angerichtet. Und Schnecken, nackt oder mit Gehäuse, laben sich gern an den Pflanzen, sehr zum Ärger der Gartenfreundin. Und manchmal vergreift sich ein Reiher an den Fischen im Teich.

Vorfreude auf wilde Erdbeereen

Ansonsten aber geht es friedlich zu im Bauerngarten. Derzeit steigt schon die Vorfreude auf die wilden Erdbeeren, die im hinteren Teil des Gartens wachsen werden. „Süß und einfach köstlich“, findet Ingrid Patschorek. Die Erdbeeren landen nicht auf dem Kuchen oder im Marmeladenglas. „Die werden direkt so gegessen“, schwärmt sie. Dann kann auch sie einfach einmal genießen.